Mitten im Allwetterzoo Münster liegt ein Museum, das sich ganz einem Tier widmet: das Westfälische Pferdemuseum, das in manchen Verzeichnissen auch unter dem Namen „Hippomaxx“ geführt wird. So heißt auch die Arena des Hauses. Auf rund 1.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche erzählt es die Natur- und Kulturgeschichte des Pferdes in Westfalen. Zum Museum gehören außerdem ein großzügiges Foyer, die Arena Hippomaxx für Pferdeshows und Veranstaltungen sowie ein Kinder- und Pferdepark, in dem verschiedene Pferderassen leben. (Quelle: pferdemuseum.de) (Quelle: lwl.org)
Hinter dem Museum steht der gemeinnützige Verein zur Förderung des Westfälischen Pferdemuseums. Er wurde mit dem Ziel gegründet, in Münster ein Museum über das Pferd und seine Beziehung zum Menschen im „Pferdeland Westfalen“ aufzubauen. Nach Angaben des Vereins wurde das Projekt dank des Engagements seiner damals rund 500 Mitglieder verwirklicht. Im Oktober 2002 wurde das Museum auf dem Gelände des Allwetterzoos eröffnet. Betrieben wird es von der Westfälisches Pferdemuseum Münster gGmbH. Zoo, Pferdemuseum und Robbenhaven werden wirtschaftlich getrennt geführt, arbeiten aber eng zusammen, und die Gäste zahlen nur einmal Eintritt. (Quelle: pferdemuseum.de) (Quelle: pferdemuseum.de) (Quelle: lwl.org)
Architektur und Konzept
Das Gebäude umfasst nach Museumsangaben rund 3.000 Quadratmeter überbauten Raum. Davon entfallen etwa 800 Quadratmeter auf die Dauerausstellung und 200 Quadratmeter auf Wechselausstellungen. Die Arena Hippomaxx ist 540 Quadratmeter groß, Foyer, Cafeteria und Shop kommen auf rund 470 Quadratmeter, Magazin und Werkstätten auf etwa 500 Quadratmeter. Die Fassade besteht aus Erlenholz, das Dach ist dauerhaft begrünt. Seit Mai 2005 schließt sich der Kinder- und Pferdepark an. (Quelle: pferdemuseum.de)
Das Konzept setzt auf die Verbindung von Ausstellung, Manegenhalle und lebenden Pferden. Auf der Museumswebsite beschreibt Museumsdirektorin Sybill Ebers dieses Zusammenspiel mitten im Zoo als Neuland in der Museumslandschaft. Ausstellungsmacher Ulrich Hermanns betont die Kombination aus Exponaten und Medien, die Erwachsene ebenso wie Kinder und Jugendliche ansprechen soll. (Quelle: pferdemuseum.de)
Die Dauerausstellung: Von Pferden und Menschen in Westfalen
Die Dauerausstellung trägt den Titel „Von Pferden und Menschen in Westfalen“ und gliedert sich in acht Themenbereiche. Der Rundgang beginnt mit einer Zeitreise: Eine Rekonstruktion des fuchsgroßen Urpferdchens und archäologische Funde zeigen, wie sich Pferde über Jahrmillionen verändert haben. Ein Modell nach Entwürfen des Wissenschaftlers Dougal Dixon wagt dagegen einen Blick auf das Pferd in 50 Millionen Jahren. Im Bereich „Wohlgestalt und Ungestalt“ geht es um Vorstellungen vom „perfekten“ Pferd. Dort ist auch das Präparat von Polydor zu sehen, der zu den erfolgreichsten Zuchthengsten gezählt wird. (Quelle: pferdemuseum.de)
Die Abteilung „Ungezähmt und Eingezäunt“ widmet sich den Wildbahnen Westfalens, die als Wurzel der westfälischen Pferdezucht gelten. Von der früheren Vielfalt zeugt heute nur noch die Dülmener Herde im Merfelder Bruch. Präparate der im 19. Jahrhundert ausgestorbenen Emscherbrücher Pferde erinnern an den traditionellen Pferdefang. Unter „Art und Weise“ erfahren Besucher, was Pferde sehen und schmecken und wie viel Schlaf sie brauchen, ein „Pferd in Scheiben“ gibt Einblick in die Anatomie. (Quelle: pferdemuseum.de)
Weitere Bereiche behandeln die Zucht mit Landgestüt, Privatzucht und Pferdestammbuch sowie die Arbeit von Pferden im Zirkus, in der Landwirtschaft, im Krieg und unter Tage. An die harten Bedingungen erinnert die Inszenierung eines Grubenpferds. Der Bereich „Ross und Reiter“ stellt Westfalen mit über 500 Reitvereinen als Hochburg des Pferdesports vor. An Sattelstationen können Besucher ausprobieren, wie es sich auf einem Galopp- oder Springsattel sitzt. Der „Westfälische Olymp“ schließlich ehrt westfälische Spitzenreiter und -pferde, etwa Hans Günter Winkler und Halla, die ihn 1956 in Stockholm verletzt zu olympischem Gold trug. (Quelle: pferdemuseum.de)
Sonderausstellungen
Neben der Dauerausstellung zeigt das Museum wechselnde Sonderausstellungen. 2026 war bis zum 27. September die Schau „Von Dürer bis Stubbs. Das Pferd in der Kunst des 16. bis 18. Jahrhunderts“ zu sehen. Mehr als 40 Werke von 28 Künstlern zeigten, wie sich das Pferd als Bildmotiv gewandelt hat, vom Symbol für Macht und Rang bis zum individuellen Wesen, darunter Arbeiten von Albrecht Dürer, Wilhelm von Kobell, Philips Wouwerman und Sawrey Gilpin. Die Ausstellung war Teil einer Kooperation von vier Museen im Münsterland anlässlich des 200-jährigen Bestehens des Nordrhein-Westfälischen Landgestüts in Warendorf. Welche Sonderausstellung aktuell läuft, steht auf der Website des Museums. (Quelle: pferdemuseum.de)
Pferdeshows in der Arena Hippomaxx
In der Arena finden an einem Sonntag im Monat Pferdeshows statt, jeweils um 11.30 und 13.30 Uhr mit einer Dauer von etwa 20 Minuten. Das Programm stellt jeweils eine Rasse oder Reitweise vor, im Jahresverlauf etwa Dülmener Wildpferde, Friesen, Westernreiten, Freiarbeit, Fjordpferde und Kaltblüter. Einzelne Termine können entfallen, deshalb lohnt sich vorab ein Blick auf den Showkalender. Die Shows sind im Zooeintritt enthalten, eine Anmeldung ist nicht nötig. (Quelle: pferdemuseum.de) (Quelle: allwetterzoo.de)
Angebote für Familien und Schulen
Für Schulklassen bietet das Museum lehrplanbezogene Programme an. „Cowboys in Westfalen“ richtet sich an die Klassen 1 bis 4 und beschäftigt sich mit Wild- und Hauspferden und den Dülmener Pferdefängern. „Vom Urpferd zum Hauspferd“ erklärt Grundschülern und der Sekundarstufe I die Evolution des Pferdes. Beide Programme dauern 1,5 Stunden und kosten 55 Euro zuzüglich Eintritt. Führungen für Gruppen bis 25 Personen dauern etwa eine Stunde und kosten 45 Euro zuzüglich Eintritt. Buchungen sollten spätestens 12 Tage vorher erfolgen. (Quelle: pferdemuseum.de)
Wer das Museum auf eigene Faust erkunden möchte, kann Arbeitsblätter für die Klassen 3 bis 6 und ein Museumsquiz für Kinder ab neun Jahren kostenlos von der Website herunterladen. Außerdem lassen sich Kindergeburtstage im Museum feiern, mit Entdeckungstour durch Ausstellung und Pferdepark. Das gesamte Museum ist mit dem Rollstuhl zugänglich. (Quelle: pferdemuseum.de) (Quelle: pferdemuseum.de)
Öffnungszeiten und Eintritt
Die Adresse lautet: Westfälisches Pferdemuseum Münster, Sentruper Straße 311, 48161 Münster (im Allwetterzoo). Das Museum ist nach eigenen Angaben an 365 Tagen im Jahr geöffnet. Vom 30. März bis 25. Oktober gilt die Öffnungszeit von 9 bis 18 Uhr, vom 26. Oktober bis 28. März von 9 bis 16.30 Uhr. Am 24. und 31. Dezember ist von 9 bis 12.30 Uhr geöffnet. (Quelle: pferdemuseum.de)
Einen eigenen Museumseintritt gibt es nicht: Der Besuch des Pferdemuseums einschließlich Sonderausstellungen und Pferdeshows ist im Eintritt des Allwetterzoos enthalten. Nach Angaben des Zoos kostet die Online-Tageskarte für Erwachsene 23,90 Euro, für Kinder von 3 bis 14 Jahren 15,90 Euro. An der Tageskasse sind es 27,90 beziehungsweise 17,40 Euro. Ermäßigungen, Familienkarten und einen günstigeren Abendtarif bietet der Zoo ebenfalls an. Mit dem Stadtbus der Linie 14 ist der Zoo vom Hauptbahnhof aus erreichbar, das Parken kostet 5 Euro pro Tag. Stand der Angaben ist September 2026. Besucherinnen und Besucher sollten vor der Anreise die aktuellen Öffnungszeiten und Preise auf den offiziellen Websites des Museums und des Allwetterzoos prüfen. (Quelle: allwetterzoo.de) (Quelle: pferdemuseum.de)
Fazit
Das Westfälische Pferdemuseum ist ein ungewöhnliches Spezialmuseum, das von seiner Lage im Allwetterzoo profitiert. Die Dauerausstellung verbindet Biologie, Zuchtgeschichte und Sport mit der Regionalgeschichte Westfalens, und die monatlichen Shows sowie der Pferdepark bringen lebende Tiere ins Spiel. Da der Besuch im Zooticket enthalten ist, lässt er sich gut in einen Zootag einbauen. Für Schulklassen und pferdebegeisterte Kinder bietet das Haus passende Programme.
