Anzeige
Img728x90 neue standardbanner new tde 1742992361697

Stand: 04.11.2026

Leuchtende Papierlaterne im Dunkeln als Symbolbild für St. Martin
Symbolbild: Tobias Doering / Unsplash

Rund um den 11. November ziehen Kinder im Emsland, in der Grafschaft Bentheim, im Osnabrücker Land, im Münsterland, im Oldenburger Münsterland und in Ostfriesland wieder mit Laternen durch die Straßen. Hier sammeln wir die Umzüge in der Region und erklären, woher der Brauch kommt. Die Übersicht wird laufend ergänzt.

Termine 2026

Samstag, 7. November

Sonntag, 8. November

Montag, 9. November

Dienstag, 10. November

Mittwoch, 11. November

Rund um St. Martin

Weitere Umzüge finden Sie in unserem Veranstaltungskalender. Ihr Umzug fehlt? Schicken Sie Ort, Datum, Uhrzeit und Treffpunkt an [email protected].

Martinisingen in Ostfriesland: Hier geht es um Luther

In Ostfriesland läuft der Brauch anders als im katholischen Emsland oder Münsterland. Dort ziehen Kinder am Abend des 10. November mit Laternen von Tür zu Tür, singen Martinilieder und bekommen dafür Süßigkeiten. Gefeiert wird dabei vor allem Martin Luther: Der Reformator wurde am 10. November 1483 geboren und am Tag darauf, dem Martinstag, getauft, daher sein Vorname.

Wer war der heilige Martin?

Martin von Tours lebte im 4. Jahrhundert, diente zunächst als römischer Soldat und wurde später Bischof von Tours im heutigen Frankreich. Bekannt ist er vor allem durch eine Legende: An einem eisigen Tag soll er seinen Mantel mit dem Schwert geteilt und eine Hälfte einem frierenden Bettler gegeben haben. Martin starb am 8. November 397 und wurde am 11. November beigesetzt, der Tag wurde zu seinem Gedenktag.

Woher Laternen, Feuer, Gans und Stutenkerl kommen

Laternen: Martins Beisetzung soll von einer großen Lichterprozession begleitet worden sein. Der heutige Kinder-Laternenumzug mit einem Martin zu Pferd verbreitete sich vor allem ab etwa 1900, ausgehend vom Niederrhein.

Martinsfeuer: Der 11. November war früher ein Stichtag im bäuerlichen Jahr. Die Ernte war eingebracht, Pacht und Abgaben wurden fällig, und auf den Feldern brannten Feuer zum Abschluss des Erntejahres.

Martinsgans: Der Legende nach versteckte sich Martin in einem Gänsestall, weil er nicht Bischof werden wollte. Das Schnattern der Gänse verriet ihn. Dazu kommt, dass im November auf den Höfen ohnehin Gänse geschlachtet wurden.

Weckmann und Stutenkerl: Früher zogen Kinder singend von Haus zu Haus und bekamen Gebäck oder Obst. Daraus entstand das süße Hefegebäck, das je nach Gegend Weckmann, Stutenkerl oder Martinsmann heißt.

Fragen und Antworten rund um St. Martin

Warum gehen Kinder mit Laternen? Die Laterne bringt Licht in die dunkle Jahreszeit. Sie erinnert an den Lichterzug, mit dem Martin zu seinem Grab begleitet worden sein soll, und steht dafür, anderen Menschen Wärme und Hoffnung zu schenken.

Warum reitet Sankt Martin auf einem Pferd? Martin war römischer Soldat und der Legende nach zu Pferd unterwegs, als er dem frierenden Bettler begegnete. Der Reiter an der Spitze des Umzugs stellt genau diese Szene nach.

Warum wird beim Umzug gesungen? Die Martinslieder erzählen die Geschichte vom geteilten Mantel. Früher sangen Kinder sie auch an den Haustüren und bekamen dafür Gebäck oder Obst.

War Martin eine echte Person? Ja. Martin von Tours ist historisch belegt, als Soldat und später als Bischof. Die Mantelteilung dagegen ist eine Legende, die seit Jahrhunderten erzählt wird.

Muss man katholisch sein, um mitzugehen? Nein. Die meisten Umzüge sind offen für alle Kinder und Familien. Der Brauch hat christliche Wurzeln, die Botschaft vom Teilen und Helfen versteht aber jeder.

Wer organisiert die Umzüge? Meist Kitas, Grundschulen, Kirchengemeinden, Vereine, Feuerwehren oder Spielmannszüge, mancherorts auch das Stadtmarketing.

Warum sind manche Umzüge schon vor dem 11. November? Kitas, Schulen und Vereine legen ihren Umzug oft aufs Wochenende oder verbinden ihn mit einem Markt. Deshalb sind in der Region schon ab Ende Oktober Laternen unterwegs.

Sicher unterwegs mit der Laterne

LED-Lichter sind in Kinderlaternen sicherer als echte Kerzen, die im Wind umkippen und die Laterne in Brand setzen können. Helle Kleidung und Reflektoren sorgen dafür, dass Kinder im Dunkeln gesehen werden. Bei großen Umzügen hilft ein fester Treffpunkt, falls man sich aus den Augen verliert, und am Martinsfeuer sollten Kinder Abstand halten.