Netzausbau braucht Kapital: BDEW fordert Erhöhung des Eigenkapitalzinses in Deutschland

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Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) weist darauf hin, dass für den dringend notwendigen Netzausbau in Deutschland mehr Kapital benötigt wird und fordert eine Anhebung des regulatorischen Eigenkapitalzinses (EK-Zins). Die derzeitige Verzinsung in Deutschland liegt mit 4,28 Prozent deutlich unter dem europäischen Durchschnitt von 6,65 Prozent.

Hintergrund ist, dass die regulatorische Verzinsung von Netzinvestitionen eine behördlich festgelegte Größe ist, die bestimmt, in welchem Umfang eingesetztes Eigenkapital rentabel verzinst werden darf. Diese Verzinsung unterscheidet sich grundlegend von der handelsrechtlichen Rendite, wie Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, erläutert: „Während die HGB-Rendite unternehmensspezifisch ist und durch buchhalterische Einmaleffekte verzerrt werden kann, ist die regulatorische Verzinsung eine feste Größe, die den Wert des Netzbetreibers maßgeblich bestimmt.“

Der Netzausbau in Deutschland erfordert bis 2035 Investitionen von mehr als 200 Milliarden Euro, was eine Verdreifachung der jährlichen Investitionen der Netzbetreiber bedeutet. Um international wettbewerbsfähige Investitionen zu ermöglichen, müssen auch internationale Kapitalgeber angesprochen werden. Die Bundesnetzagentur reguliert die Netzbetreiber und legt die Rahmenbedingungen für Mitteleinsatz und Erträge fest. Aktuell wird das komplexe System der sogenannten Anreizregulierung überarbeitet.

Zur Sicherung der Versorgungsqualität und der Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland ist eine moderne und leistungsfähige Netzinfrastruktur unerlässlich. Diese muss künftig mehr Leitungen, mehr Anschlüsse, mehr Digitalisierung sowie mehr Flexibilität, Geschwindigkeit und Sicherheit bieten. Die derzeitige niedrige Verzinsung droht jedoch, Investitionen auszubremsen, da andere europäische Länder attraktivere Bedingungen bieten.

Kerstin Andreae mahnt: „Wir dürfen jetzt nicht am falschen Ende sparen, denn ein Mangel an Investitionen führt zu erheblichen Nachteilen für Wirtschaft und Gesellschaft. Eine Anpassung des Eigenkapitalzinses durch die Bundesnetzagentur ist dringend erforderlich.“ Der BDEW betont, dass eine faire und international wettbewerbsfähige Anreizregulierung notwendig ist, um den Kapitalbedarf zu decken und eine nachhaltige Energieversorgung zu sichern.

Der Netzausbau ist auch für die Region Emsland und die Grafschaft Bentheim von großer Bedeutung, da hier die Infrastruktur gestärkt und die Versorgungssicherheit verbessert wird. Bürger und Unternehmen profitieren von einer stabilen Energieversorgung und mehr Digitalisierung. Interessierte können sich weiterführend auf der Webseite des BDEW informieren und die Entwicklung verfolgen.

Weiterführende Informationen zur Anreizregulierung und Netzinvestitionen bietet die Bundesnetzagentur unter www.bundesnetzagentur.de sowie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft unter www.bdew.de.

Quelle: Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.

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