Bündnis fordert gerechte Besteuerung von Superreichen

Anzeige

Berlin. Ein breites gesellschaftliches Bündnis aus Gewerkschaften, Wohlfahrts- und Umweltverbänden fordert die Einführung einer gerechteren Besteuerung großer Vermögen in Deutschland. Hintergrund ist die neue Reichenliste des Manager Magazins, die einen weiteren Anstieg der Milliardärszahlen trotz wirtschaftlicher Stagnation zeigt.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) verweist auf die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich: Während Superreiche von steuergesetzlichen Begünstigungen profitieren, fehlen in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens Investitionen – etwa in Bildung, Gesundheit, Infrastruktur oder Klimaschutz. Besonders kritisch sei die Lage in vielen Kommunen.

„Superreiche zahlen heute im Schnitt nur noch halb so hohe Abgabensätze wie die Mitte der Gesellschaft“, kritisiert das Bündnis. Das habe nicht nur Auswirkungen auf die Finanzierung öffentlicher Aufgaben, sondern gefährde auch die Demokratie, da Vermögende über Lobbystrukturen unverhältnismäßigen Einfluss nehmen könnten.

Laut Umfragen unterstützt eine Mehrheit der Bevölkerung eine Vermögensbesteuerung. Auch vor dem Hintergrund der Klimakrise sei eine stärkere Beteiligung von Wohlhabenden gerechtfertigt: Sie verursachten überdurchschnittlich viele Treibhausgase, könnten aber zugleich am stärksten zur Finanzierung der Transformation beitragen.

Zu den über 20 unterzeichnenden Organisationen gehören unter anderem der DGB, Attac, Greenpeace, Brot für die Welt, Oxfam, Ver.di, die AWO und der Sozialverband VdK. Das Bündnis spricht für über zehn Millionen Menschen in Deutschland. Es fordert die Bundesregierung auf, steuerpolitische Reformen einzuleiten, um die soziale und ökologische Zukunftsfähigkeit des Landes zu sichern.

Quelle: Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), Bundesvorstand.

Weiterlesen

Jetzt den kostenlosen Regionalupdate-Newsletter abonnieren.

Gefällt dir’s? Dann teil’s doch!

Facebook
LinkedIn
WhatsApp
Email

Weitere Artikel