Berlin. Wie kann Sexualität als selbstverständlicher Bestandteil medizinischer Kommunikation etabliert werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Fachtag „Lust auf Reden“ am 21. und 22. November 2025 in Berlin – mit Teilnehmer*innen aus Lehre, Praxis und Gesundheitswesen.
Trotz ihrer zentralen Bedeutung für Gesundheit und Lebensqualität bleibt Sexualität im medizinischen Alltag oft ausgeklammert. Studien zufolge werden mehr als 90 Prozent der Patient*innen in Deutschland in Arztpraxen nie gezielt zur Sexualgesundheit befragt – das betrifft auch Themen wie HIV oder andere sexuell übertragbare Infektionen (STIs). Das will der Fachtag „Lust auf Reden“ ändern.
Sexualität gehört zur Gesundheitsversorgung
Veranstaltet wird die Tagung von der Deutschen Aidshilfe in Kooperation mit dem Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) und dem Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV). Ziel ist es, die medizinische Aus-, Fort- und Weiterbildung um das Thema Sexualität zu erweitern – professionell, offen und im Sinne einer patient*innenzentrierten Versorgung.
„Offen über Sexualität zu sprechen, verbessert nicht nur Diagnostik und Therapie. Es stärkt auch das Vertrauen zwischen Behandelnden und Patientinnen“, erklärt Mirja Leibnitz, Projektreferentin der Deutschen Aidshilfe. Der Fachtag bietet Raum für Austausch zwischen medizinischen Fachkräften, Lehrenden, Auszubildenden und Betroffenen. Auch Fachjournalistinnen sind eingeladen.
Training für den Praxisalltag
Die Tagung ist Teil des Projekts „Let’s talk about Sex“, das seitens der Deutschen Aidshilfe Kommunikationstrainings für Ärzt*innen, Praxisteams und Medizinstudierende entwickelt. Diese sollen den Umgang mit Fragen zu Sexualität, HIV und STIs erleichtern. Für die Teilnahme vergibt die Ärztekammer Berlin acht Fortbildungspunkte (CME).
Weitere Informationen und Anmeldung sind unter www.aidshilfe.de verfügbar. Veranstaltungsort ist das Seminaris Campus Hotel in Berlin-Dahlem.

