Berlin. Die Bundesregierung will mit dem Masterplan Ladeinfrastruktur 2030 den Ausbau öffentlicher Ladesäulen weiter vorantreiben. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) begrüßt die Pläne, mahnt jedoch eine umfassendere Strategie für die Elektromobilität an – insbesondere mit Blick auf den Fahrzeugbestand.
Der Masterplan, den das Bundeskabinett jetzt beraten hat, enthält zentrale Maßnahmen zur Beschleunigung des Ladesäulenausbaus. Dazu zählen unter anderem eine bessere Flächenverfügbarkeit, schnellere Genehmigungsverfahren, die Anbindung an das Stromnetz und der Ausbau in Alltagsumfeldern wie Supermarktparkplätzen oder Wohnquartieren.
Ausbau der Ladeinfrastruktur in Deutschland
Aktuell gibt es laut BDEW über 184.000 öffentliche Ladepunkte in Deutschland – das entspricht einer installierten Ladeleistung von mehr als 8,5 Gigawatt. Damit wird der EU-Vorgabewert um das 2,5-Fache übertroffen. Trotz dieser Erfolge liegt die durchschnittliche Auslastung der Ladesäulen mit rund 15 Prozent noch niedrig. Der Verband fordert daher, den Hochlauf der E-Fahrzeuge stärker zu flankieren.
BDEW fordert steuerliche Anreize für Privatpersonen
„Wir brauchen eine ganzheitliche Elektromobilitätsstrategie, die neben dem Ausbau der Ladeinfrastruktur auch die Nachfrage nach E-Fahrzeugen systematisch fördert“, erklärt Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Investitionen müssten sich lohnen – und zwar nicht nur für Unternehmen, sondern auch für private Fahrzeughalter.
Der Verband spricht sich für eine steuerliche Gleichstellung privater E-Autokäufer mit Dienstwagennutzern aus. Konkret wird etwa die Einbeziehung von E-Pkw in die Pendlerpauschale gefordert. Erste Ansätze wie verlängerte Steuerbefreiungen, Social Leasing oder Innovationsboni seien begrüßenswert, reichten jedoch nicht aus.
Markt statt Subvention
Laut BDEW ist der freie Markt beim Ladesäulenausbau effizienter als staatliche Programme. Wettbewerbliche Lösungen seien innovationsfreudiger und führten schneller zu Ergebnissen als staatliche Vorgaben. Förderprogramme hingegen könnten den Wettbewerb verzerren und verzögern.
Der BDEW bleibt dennoch optimistisch. Der Markt sei bereit, weiter in den Ausbau zu investieren – vorausgesetzt, die politischen Rahmenbedingungen stimmten.

