Landkreis Osnabrück. Zum Internationalen Tag gegen geschlechtsspezifische Gewalt am 25. November setzt der Landkreis Osnabrück ein sichtbares Zeichen: Vor dem Kreishaus wird erneut die orangefarbene Fahne gehisst. Damit soll ein klares Signal gegen Gewalt an Frauen und Mädchen gesendet werden – und für eine solidarische, wachsame Gesellschaft.
Die Zahlen sind alarmierend. Laut Landeskriminalamt Niedersachsen hat die häusliche Gewalt im Jahr 2024 erneut zugenommen. Besonders häufig betroffen: Frauen, insbesondere im Kontext von Partnerschaftsgewalt. Bundesweit registrierte das Bundeskriminalamt 265.942 Opfer – so viele wie nie zuvor. Diese Entwicklung verdeutlicht, wie dringend Prävention und Unterstützung bleiben.
Gewalt in Teenagerbeziehungen im Fokus
Ein besonderer Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf Gewalt in jungen Beziehungen. Erste Partnerschaften prägen das Verständnis für Nähe, Respekt und Grenzen. Doch Studien zeigen: Auch in Teenagerbeziehungen treten bereits psychische Kontrolle, digitale Überwachung oder körperliche Gewalt auf. Das beeinflusst nicht nur die aktuelle Beziehung, sondern auch langfristig das Selbstwertgefühl.
„Teenagerbeziehungen sind wichtige Lernorte und wir müssen Jugendlichen klarmachen, dass Respekt, Freiwilligkeit und Gleichberechtigung die Grundlagen jeder Beziehung sind“, betont Franziska Grüter-Matt, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Osnabrück. „Niemand muss Gewalt aushalten, und jede Form von Gewalt ist eine zu viel.“
Aufklärung, sensibilisierte Lehrkräfte, Gespräche in Jugendzentren und medienpädagogische Angebote sollen junge Menschen früh erreichen und stärken.
Brötchentüten mit Botschaft
Eine einfache, aber wirksame Maßnahme ist die Brötchentüten-Aktion der Zonta-Frauen. Am 25. November geben zahlreiche Bäckereien in der Region Tüten mit Informationen zu Hilfsangeboten aus – diesmal mit besonderem Blick auf Gewalt unter Jugendlichen. Die Aktion bringt das Thema in den Alltag und macht Hilfe sichtbar.
Frau Grüter-Matt informiert zum Aktionstag über lokale und überregionale Hilfsangebote und steht für vertrauliche Gespräche zur Verfügung. Kontakt: [email protected] oder telefonisch unter 05401 501 3055.
Weitere Informationen gibt es auch auf der Webseite des Landkreises Osnabrück.

