Nutzung der elektronischen Patientenakte in Deutschland stagniert

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Digitale Realität

Die Nutzung der elektronischen Patientenakte (ePA) ist nach einem Jahr der bundesweiten Einführung gestiegen, bleibt jedoch hinter den Erwartungen. Aktuellen Umfragen zufolge nutzen lediglich 23,6 Prozent der Befragten die ePA aktiv, was für das Gesundheitssystem ernüchternd ist.

Nutzerzahlen der ePA steigen langsam

Die elektronische Patientenakte erfreut sich zunehmender Beliebtheit, jedoch ist die tatsächliche Nutzung weiterhin besorgniserregend niedrig. Eine aktuelle Umfrage von Civey im Auftrag von Pharma Deutschland zeigt, dass der Anteil der aktiven Nutzer von April 2025 (12,5 Prozent) auf April 2026 (23,6 Prozent) nahezu gestiegen ist. Trotz der Verdopplung bleibt der Wert unter der Marke von 25 Prozent, was die Hoffnungen auf eine flächendeckende Akzeptanz dämpft.

Ungleichheiten bei der Nutzung

Die Ergebnisse offenbaren signifikante Unterschiede in der Nutzung der ePA zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Männliche Nutzer (25,2 Prozent) übertreffen weibliche Nutzer (21,7 Prozent) in der Nutzung der digitalen Gesundheitsakte. Zudem zeigt sich ein regionales Gefälle: In den ostdeutschen Bundesländern wird die ePA mit 28,9 Prozent häufiger genutzt als im Westen, wo lediglich 22,2 Prozent der Bevölkerung darauf zugreifen. Besonders aktiv zeigen sich die 18- bis 29-Jährigen, von denen 28,8 Prozent die ePA nutzen.

Die Bedeutung der ePA für das Gesundheitssystem

Pharma Deutschland hebt die Relevanz der elektronischen Patientenakte hervor und beschreibt diese als einen entscheidenden Fortschritt für die Digitalisierung im Gesundheitswesen. Durch die ePA sollen wichtige medizinische Informationen gebündelt und leichter zugänglich sein, was eine verbesserte medizinische Versorgung begünstigt. Die gesammelten Daten können zudem für Forschung und zielgerichtete Therapien von großer Bedeutung sein.

Die Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland, Dorothee Brakmann, äußerte sich besorgt über die aktuellen Zahlen: „Ein Anteil von Nutzerinnen und Nutzern unter 25 % ist kein guter Wert. Wir verlieren Potential, das gerade im Gesundheitssystem dringend benötigt wird.“ Ihre Aussagen verdeutlichen die Notwendigkeit von Aufklärung und Maßnahmen, um die Akzeptanz der ePA weiter zu fördern und den digitalen Wandel im Gesundheitswesen voranzutreiben.

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