Emsdetten blüht auf: Warum „Abpflastern“ jetzt wichtiger ist denn je

Anzeige

Stellen Sie sich vor, es ist Hochsommer in Emsdetten. Die Sonne brennt unerbittlich vom Himmel und der Asphalt unter Ihren Füßen strahlt eine Hitze aus, die das Atmen schwer macht. In unseren modernen Städten ist dieses Szenario längst keine Ausnahme mehr, sondern wird durch die zunehmende Versiegelung von Flächen zum sommerlichen Dauerzustand. Doch es gibt eine Lösung, die so einfach wie effektiv ist: Wir müssen den Boden wieder atmen lassen. Unter dem Titel „abpflastern“ rufen die Stadt Emsdetten und der Kreis Steinfurt in diesem Jahr erneut dazu auf, graue Betonwüsten in lebendige, grüne Oasen zu verwandeln. Es ist der Startschuss für eine Saison, die unser Stadtklima nachhaltig verbessern kann.

Warum ist das Thema Entsiegelung so drängend? Unsere Infrastruktur aus asphaltierten Wegen, gepflasterten Einfahrten und Schottergärten wirkt wie ein Heizkörper. Diese Materialien speichern die Wärme des Tages und geben sie nachts nur langsam wieder ab, was zur Bildung sogenannter „Hitzeinseln“ führt. Gleichzeitig geht die natürliche Schwammfunktion des Bodens verloren. Wenn starke Regenfälle auftreten – ein Wetterphänomen, das im Zuge des Klimawandels immer häufiger wird –, kann das Wasser auf versiegelten Flächen nicht versickern. Es schießt ungebremst in die Kanalisation, was zu Überflutungen führen kann. Durch das Aufbrechen dieser Schichten geben wir der Natur Raum zurück, damit Regenwasser dort bleiben kann, wo es gebraucht wird: im Grundwasser.

Ein starkes Signal: Die Stadt Emsdetten geht mit gutem Beispiel voran

Veränderung beginnt oft vor der eigenen Haustür – oder in diesem Fall vor den öffentlichen Gebäuden und Wegen der Stadt. Die Stadt Emsdetten hat verstanden, dass sie eine Vorbildfunktion innehat. Ein aktuelles Beispiel zeigt, wie effektiv kleine Maßnahmen sein können: Während der letzten Nachhaltigkeitswoche wurde der gepflasterte Weg vor dem Kleingartenverein „Am Telgengrund“ zurückgebaut. Was früher eine unnötige doppelte Wegeführung war, ist heute eine Fläche mit Zukunftspotenzial.

Die Maßnahme war nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern löste auch ein ganz praktisches Problem. Durch den natürlichen Wurzeldruck der angrenzenden Bäume hatte sich das Pflaster über die Jahre angehoben. Es waren gefährliche Stolperkanten entstanden, die besonders für ältere Menschen oder Kinder ein Risiko darstellten. Durch die Entfernung von rund 45 Quadratmetern Pflasterfläche wurde nicht nur Sicherheit geschaffen, sondern wertvoller Boden befreit. Wo vorher grauer Stein war, wird nun eine Grünfläche entstehen, die aktiv zur Kühlung der Umgebung beiträgt. Und das ist erst der Anfang: Weitere Projekte auf städtischen Flächen sind bereits in der festen Planung, um Emsdetten schrittweise „schwammstadttauglich“ zu machen.

Bild vorher

Praktische Hilfe für Bürger: So einfach war Entsiegeln noch nie

Der größte Hebel für ein besseres Klima liegt jedoch in den Händen der Bürgerinnen und Bürger. Private Gärten, Einfahrten und Hinterhöfe machen einen riesigen Teil der Stadtfläche aus. Viele Hausbesitzer würden gerne handeln, scheuen aber den Aufwand und die Kosten für die Entsorgung der alten Materialien. Genau hier setzt das Unterstützungsangebot der Stadt Emsdetten an. In diesem Jahr wird die Zusammenarbeit mit der Firma Remondis intensiviert, um den Bürgern die Arbeit so leicht wie möglich zu machen.

Wer eine versiegelte Fläche in einen Garten oder eine Grünfläche umwandeln möchte, kann bei der Stadt Emsdetten einen kostenlosen Container für den Abtransport von Pflaster, Beton oder Schotter beantragen. Senden Sie einfach eine E-Mail an [email protected] mit folgenden Informationen: Ihre Kontaktdaten, ein Foto der aktuellen Fläche, die ungefähre Größe sowie der gewünschte Zeitraum für die Stellung (maximal zwei Wochen).

Das Budget von insgesamt 1.000 Euro wird nach dem Windhundprinzip vergeben – wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Nach der erfolgreichen Entsiegelung reicht ein einfaches Nachher-Foto als Nachweis aus. Die Stadt übernimmt nicht nur die Organisation des Containers, sondern sorgt auch dafür, dass Ihr Projekt beim offiziellen „abpflastern“-Wettbewerb des Kreises Steinfurt registriert wird. Damit leisten Sie nicht nur einen Beitrag für die Umwelt, sondern haben auch die Chance auf eine Auszeichnung für Ihr Engagement.

Der Wettbewerb läuft noch bis zum 31. Oktober 2026, was Ihnen genügend Zeit gibt, Projekte in Ruhe zu planen. Ob es der Rückbau eines Schottergartens ist, die Umgestaltung einer ungenutzten gepflasterten Ecke hinter dem Haus oder die Begrünung eines asphaltierten Teilstücks – jede Fläche zählt. Die Auswertung erfolgt Ende 2026, wobei die Kommunen geehrt werden, die gemeinsam mit ihren Bürgern die größten Flächenanteile entsiegelt haben. Machen wir Emsdetten gemeinsam zu einem kühleren, grüneren und lebenswerteren Ort. Jedes entfernte Pflasterstück ist ein kleiner Sieg für den Klimaschutz direkt vor unserer Haustür.

Gefällt dir’s? Dann teil’s doch!

Facebook
LinkedIn
WhatsApp
Email

Weitere Artikel