Podiumsdiskussion mit fünf Personen, die in einem modernen Raum sitzen und miteinander sprechen.

Migration und Gesundheit: Landkreis Osnabrück fördert gleichberechtigte Zugänge

Anzeige
Digitale Realität

Osnabrück. Unter dem Motto „Migration und Gesundheit – Zugänge, Teilhabe, Perspektiven“ fand in der Katholischen LandvolkHochschule Oesede die zehnte Integrationskonferenz des Landkreises Osnabrück statt. Rund 100 Teilnehmende aus Medizin, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft diskutierten über Hürden im Gesundheitssystem und Wege zu einer besseren gesundheitlichen Versorgung für Menschen mit Einwanderungsgeschichte.

Landrätin Anna Kebschull hob in ihrer Begrüßung hervor, dass Gesundheit ein zentrales Menschenrecht sei: „Gesundheit ist die Grundlage für Lebensqualität, Selbstbestimmung und Integration. Sie darf kein Privileg sein.“ Im Fokus der Konferenz standen unter anderem die Herausforderungen durch Sprachbarrieren, Diskriminierungserfahrungen und der eingeschränkte Zugang zu Fachärztinnen und Fachärzten.

Integration durch Gesundheitsversorgung

Die Politikwissenschaftlerin Tanja Gangarova vom Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) beleuchtete in ihrer Keynote rassismusbedingte Strukturen im Gesundheitswesen. Dr. Gabriela Bankos, Gynäkologin aus Bad Iburg, ergänzte mit einem eindringlichen Praxisbeitrag: „Medizin ist mehr als Behandlung – sie ist Menschlichkeit und Hoffnung.“

In vier Foren vertieften Expertinnen und Experten aus der Region Themen wie psychosoziale Gesundheit, interkulturelle Pflegeansätze sowie kommunale Gesundheitsförderung. Die Teilnehmenden erarbeiteten Maßnahmen zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung, darunter Peer-to-Peer-Projekte, kultursensible Prävention und Schulungen für medizinisches Personal.

Die Podiumsdiskussion zum Abschluss machte deutlich, dass strukturelle Hürden wie der Mangel an Hausärzten besonders Menschen mit Migrationsbiografie treffen. Kreisrat Malte Stakowski betonte: „Die Integrationskonferenz ist ein lebendiges Forum für Austausch und Vernetzung. Die vielen praktischen Beispiele und Ideen zeigen, dass Integration auch im Gesundheitsbereich gelingen kann.“

Osnabrück setzt Zeichen für Teilhabe

Mit ihrer zehnten Auflage blickt die Integrationskonferenz auf fast zwei Jahrzehnte zurück. Sie hat sich als Plattform für gesellschaftliche Zukunftsthemen im Landkreis Osnabrück etabliert. Der kontinuierliche Dialog stärkt lokale Netzwerke und unterstreicht, dass Integration weit über Sprache und Arbeit hinausgeht – auch gesundheitliche Chancengleichheit gehört dazu.

Eine Übersicht zu weiteren Angeboten und Veranstaltungen im Landkreis findet sich auf der offiziellen Website des Landkreises Osnabrück.

Gefällt dir’s? Dann teil’s doch!

Facebook
LinkedIn
WhatsApp
Email

Weitere Artikel