Osnabrück. Anlässlich des Internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen lenkt HelpAge Deutschland e.V. die Aufmerksamkeit auf ein oft übersehenes Thema: die Gewalt gegen ältere Frauen. Diese Gruppe ist weltweit in vielerlei Hinsicht gefährdet, wobei nur ein Bruchteil der Forschungsdaten zu Gewalt gegen Frauen die Betroffenen ab 60 Jahren einschließt.
Hilfe für ältere Frauen
Die weltweite Situation älterer Frauen ist alarmierend. Häufig leben sie in Abhängigkeiten von Partnern oder männlichen Familienmitgliedern und sind damit in einer äußerst verletzlichen Position. „Wer kein eigenes Einkommen hat, kann Gewalt oft nicht verlassen“, sagt Nadine Fels, geschäftsführende Vorständin von HelpAge. Neben der wirtschaftlichen Abhängigkeit spielt auch die gesellschaftliche Diskriminierung eine wesentliche Rolle, die oft Gewalt fördert und diese nicht selten unsichtbar macht.
Laut der Studie „Partnergewalt gegen ältere Frauen“ erfahren in Deutschland über 9 % der Frauen zwischen 60 und 74 Jahren körperliche oder sexualisierte Gewalt durch ihren Lebenspartner. Unter den über 75-Jährigen beträgt der Anteil etwa 2-3 % der Befragten. Zudem sind fast 10 % dieser Frauen von psychischer Gewalt betroffen. Viel zu oft wird das Leiden älterer Frauen durch soziale und ökonomische Instabilitäten verstärkt.
Unterstützung durch HelpAge Deutschland
HelpAge Deutschland e.V. engagiert sich aktiv, um älteren Frauen, die von Gewalt betroffen sind, zu helfen. Durch Projekte, die von der Bereitstellung von Rückzugsorten bis hin zu rechtlicher Unterstützung reichen, bietet die Organisation ganzheitliche Hilfe. Ein Beispiel ist die 76-jährige Axenia aus der Republik Moldau, die mit Unterstützung ein Gewächshaus erhielt, was ihr sowohl Schutz als auch eine Einkommensquelle bietet. Diese Initiativen sind entscheidend, um finanzielle Abhängigkeiten zu reduzieren und Sicherheit zu schaffen.
Des Weiteren berichtet HelpAge von Fällen in Afrika, in denen Aberglaube und Hexereibeschuldigungen zu gravierenden Gewalttaten führen. So wurde beispielsweise die 58-jährige Mayeka aus Tansania, die fälschlicherweise bezichtigt wurde, schwer verletzt. Hier konnte HelpAge durch rechtliche Beratung zur Rechenschafts gezogen.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Die Arbeit von HelpAge Deutschland zielt darauf ab, nicht nur die persönliche Sicherheit älterer Frauen zu gewährleisten, sondern sie auch in ihrer wirtschaftlichen Unabhängigkeit zu unterstützen. Maßnahmen umfassen:
- Einkommenssicherung zur Durchbrechung von Gewaltspiralen
- Altersgerechte Gesundheitsversorgung zur Behandlung körperlicher und psychischer Folgen von Gewalt
- Schutzprogramme gegen häusliche, soziale und strukturelle Gewalt
- Aufklärung zur Bekämpfung von Altersdiskriminierung
HelpAge Deutschland ruft Regierungen, internationale Akteure und lokale Gemeinschaften dazu auf, sich für die Rechte und den Schutz älterer Frauen starkzumachen. Durch das Bewusstsein und die Wahrnehmung dieser Problematik kann der Gesellschaft geholfen werden, Gewalt gegen ältere Frauen effektiv zu bekämpfen.
In Osnabrück wurde HelpAge Deutschland im Jahr 2005 gegründet und hat sich seitdem zu einem wichtigen Akteur in der internationalen Hilfe für ältere Menschen entwickelt. Die Organisation setzt sich für die Förderung ihrer Rechte und Bedürfnisse ein und zeigt damit, dass Gewalt gegen ältere Frauen eine internationale Herausforderung ist, die es aktiv zu adressieren gilt.

