Kreis Coesfeld. In der Kreistagssitzung vom 26. November 2025 haben Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr und Kreisdirektor sowie Kämmerer Dr. Linus Tepe den Haushaltsentwurf für das Jahr 2026 eingebracht. Der Entwurf trägt den Titel „STARK AUCH FÜR MORGEN. Vorsorgen. Gestalten. Erhalten.“ und zeigt, wie der Kreis Coesfeld im kommenden Jahr auf steigende Belastungen reagieren und gleichzeitig seine strategischen Ziele fortführen will. Der Haushaltsentwurf Coesfeld 2026 bildet die Grundlage für die nun folgenden Beratungen in den politischen Gremien.
Für 2026 plant der Kreis Erträge in Höhe von rund 591,5 Millionen Euro und Aufwendungen von rund 593,3 Millionen Euro. Um die Kreisumlage gering zu halten, schlägt die Verwaltung vor, 1,8 Millionen Euro aus der Ausgleichsrücklage zu entnehmen. Dadurch wird ein fiktisch ausgeglichener Haushalt erreicht. Der Zahlbetrag der allgemeinen Kreisumlage liegt im kommenden Jahr bei 145,6 Euro und steigt damit um 1,08 Prozentpunkte. Der Hebesatz erhöht sich auf 34,98 Prozent. Ursache für die Steigerungen sind insbesondere die wachsenden Kosten der LWL-Umlage, steigende Sozialausgaben sowie Mehraufwendungen im ÖPNV. Auch die Differenz zwischen Kostensteigerungen und Einnahmezuwächsen vergrößert sich weiter.
In seiner Haushaltsrede ordnete Landrat Dr. Schulze Pellengahr die Zahlen in einen größeren Kontext ein. Er sprach von einer Zeit „permanenter Anspannung und sich überlagernder Krisen“ und betonte, dass der Kreis Coesfeld Stabilität geben wolle. Die hohe Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl von 65,6 Prozent wertete er als Beleg für ein starkes demokratisches Bewusstsein. Rückblickend auf 50 Jahre kommunale Neugliederung hob er hervor, dass die Reform eine leistungsfähige Verwaltung geschaffen habe. Zugleich warnte er angesichts geopolitischer Entwicklungen und Sabotagerisiken vor neuen Herausforderungen. Resilienz sei daher ein strategischer Pflichtbereich. Mehr Nachrichten zur Region gibt es unter Coesfeld.
Auch der Umgang mit finanziell angespannten kommunalen Haushalten blieb Thema. Schulze Pellengahr machte deutlich, dass der Kreis gemeindefreundlich bleiben wolle, zugleich jedoch handlungsfähig bleiben müsse. Das neue Infrastrukturfinanzierungsgesetz (LuKIFG) bezeichnete er als Hoffnungsschimmer, jedoch angesichts der Investitionsbedarfe nur als „Tropfen auf dem heißen Stein“.
Anschließend erläuterte Kämmerer Dr. Linus Tepe die zentralen Zahlen und Schwerpunkte des Finanzplans. Trotz großer Herausforderungen blickt er positiv auf die strukturelle Stärke des Kreises. Er verwies auf Fortschritte beim Glasfaserausbau, den modernen ÖPNV, die niedrige Arbeitslosenquote sowie konsequente Klimaschutzmaßnahmen. Die größten finanziellen Belastungen entstehen durch steigende Umlagen an den Landschaftsverband Westfalen-Lippe, höhere Sozialkosten und Mehraufwendungen im ÖPNV. Allein diese Bereiche verursachen 99,4 Prozent der finanziellen Mehrbelastungen.
Gleichzeitig investiert der Kreis weiter: in den Ausbau von Rettungswachen, in den Bevölkerungsschutz, in Gebäudesanierungen, Digitalisierung und IT-Sicherheit sowie in die Schul- und Bildungsinfrastruktur. Besonders im Jugend- und Sozialbereich steigen die Bedarfe deutlich. Dr. Tepe betonte jedoch, dass der Kreis an seiner kommunalfreundlichen Linie festhält. Verbesserungen aus Jahresabschlüssen seien in den vergangenen Jahren in Höhe von über 23 Millionen Euro an die Städte und Gemeinden zurückgegeben worden. Zugleich warnte er vor einer zu schnellen Auflösung finanzieller Rücklagen, da unvorhergesehene Ereignisse sonst die Handlungsfähigkeit gefährden könnten.
Mit dem Haushaltsentwurf 2026 setzt die Kreisverwaltung weiterhin auf Modernisierung, eine verlässliche Zusammenarbeit mit den Kommunen und eine vorausschauende strategische Planung. Projekte wie die Wiedereröffnung der Kolvenburg, Investitionen in den Rettungsdienst, die Umsetzung der Nationalen Klimaschutzstrategie und interkommunale Kooperationen zeigen, dass der Kreis trotz unsicherer Rahmenbedingungen aktiv gestaltet. „Wir alle haben die Chance, auch das Morgen stark zu machen“, so Dr. Tepe.
Bis Februar 2026 beraten die politischen Gremien über den Entwurf, am 18. Februar fällt die Kreistagsentscheidung.

