Patientensicherheit darf nicht leiden
Die Ärztekammer Niedersachsen unterstützt die Initiative des Bundesgesundheitsministeriums zur Beschleunigung der Anerkennung ausländischer Ärzte, warnt jedoch vor qualitativen Einbußen. In Niedersachsen arbeiten derzeit 5.489 Mediziner aus Drittstaaten, was 15,3 Prozent aller tätigen Ärzte entspricht. Kammerpräsidentin Dr. Martina Wenker betont die Wertschätzung für ausländische Kollegen, mahnt aber: Das oberste Ziel des Anerkennungsverfahrens bleibe die Patientensicherheit.
Gleichwertigkeitsprüfung statt vereinfachter Kenntnisprüfung gefordert
Die Delegierten der Kammerversammlung verabschiedeten einstimmig eine Resolution gegen den geplanten Wechsel zur Kenntnisprüfung als Standardverfahren. Ohne inhaltliche Aufwertung würde dies eine geringere Prüfqualität bedeuten. Die Ärztekammer fordert stattdessen ein bundeseinheitliches Verfahren in Anlehnung an das deutsche Staatsexamen mit schriftlicher Prüfung nach M2-Kriterien und praktischer Prüfung analog zum M3-Abschnitt.
Administrative Prozesse verbessern statt Qualität senken
Zur Effizienzsteigerung verlangt die Kammer vor allem bessere administrative Abläufe: Parallel in mehreren Bundesländern laufende Anerkennungsverfahren sollen künftig ausgeschlossen und die Prozesse stärker digitalisiert werden. Patienten müssten sich auf die Qualifikation ihrer behandelnden Ärzte verlassen können, unabhängig davon, wo diese ihre Ausbildung absolvierten.

