Eine Person hält ein Kleinkind in einem informellen Außenbereich mit erdigen Boden und einfachen Wänden.

Welt-Aids-Tag 2025 / Rückschritt auf Kosten der Frauen und Kinder / Massive Kürzungen gefährden die Bekämpfung von HIV und Aids – und zahllose Menschenleben

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Hannover. Jährlich sterben weiterhin Menschen an den Folgen von HIV. Im Jahr 2024 leben weltweit rund 40,8 Millionen Menschen mit HIV, mehr als die Hälfte von ihnen in Afrika südlich der Sahara. Angesichts globaler Kürzungen im Gesundheitsbereich sind Frauen und Mädchen von der HIV und Aids Bekämpfung besonders betroffen.

HIV-Krise trifft Frauen hart

Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) weist anlässlich des Weltaidstags auf alarmierende Entwicklungen hin. Bei der kürzlich stattgefundenen Wiederauffüllungskonferenz des Globalen Fonds zur Finanzierung von HIV-, Tuberkulose- und Malaria-Programmen wurden nur 63 Prozent der notwendigen Mittel zur Verfügung gestellt. Es fehlen jetzt 6,6 Milliarden US-Dollar, um das UN-Ziel, HIV und Aids bis 2030 zu besiegen, zu erreichen.

Trotz früherer Fortschritte, wie dem nahezu vollständigen Zugang zu antiretroviralen Medikamenten für schwangere Frauen, drohen durch die Kürzungen der Gesundheitsfinanzierung erhebliche Rückschritte. 84 Prozent der schwangeren Frauen mit HIV hatten 2024 noch Zugang zu lebenswichtigen Medikamenten. Jedoch prognostiziert die OECD, dass die externe Gesundheitsfinanzierung bis Ende 2025 um 30-40 Prozent sinken könnte, was fatale Folgen für die Gesundheitsstrukturen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen hat.

Auswirkugen auf die Gesundheitsversorgung

In Subsahara-Afrika haben bereits 450.000 Frauen keinen Zugang mehr zu Beratungsangeboten, und über 60 Prozent der frauengeführten HIV-Organisationen haben ihre Finanzierung verloren. Besonders gravierend ist der Rückgang bei der Prä-Expositions-Prophylaxe: In Uganda sank die Versorgung um 38 Prozent, in Burundi um 64 Prozent. Auch die Verteilung von Kondomen in Nigeria ist im ersten Quartal 2025 um 55 Prozent gesunken.

„Die Lücke, die durch die Einstellung von PEPFAR und Abwicklung von USAID entstanden ist, wird keine andere Nation schließen können“, sagte Angela Bähr, Vorständin der DSW.

Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

Verantwortung der internationalen Gemeinschaft

Die USA waren lange Zeit ein Vorreiter in der HIV und Aids Bekämpfung, und die durch PEPFAR geschaffene Lücke muss nun von den jeweiligen Ländern und der internationalen Gemeinschaft geschlossen werden. Angela Bähr appelliert an Deutschland und Europa, nicht zu sparen, sondern nachhaltig in neue Modelle zu investieren, um den Fortschritt zu sichern und die Lebensqualität von Millionen Menschen zu verbessern.

Insgesamt macht die alarmierende Situation deutlich, dass die HIV und Aids Bekämpfung nicht auf die leichte Schulter genommen werden darf. Die Kluft an notwendigen Mitteln sowie die gesunkenen Gesundheitsdienstleistungen gefährden die Mühen, die im Kampf gegen diese Epidemie bereits unternommen wurden. Nur durch engagierte internationale Zusammenarbeit kann verhindert werden, dass aus einer nahezu besiegten Krankheit erneut eine Epidemie entsteht.

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