Mainz. Die Preise für Nickel sind am 21. November 2023 auf 14.280 US-Dollar pro Tonne gefallen, was einem Rückgang von 9,5 Prozent im Jahresvergleich entspricht. Damit hat der Nickelpreis den tiefsten Stand seit Oktober 2020 erreicht und zeigt eine schwächere Entwicklung im Vergleich zu anderen Basismetallen wie Kupfer und Aluminium. Dennoch bleibt der Nickelpreis als zentraler Rohstoff für die Energiewende von Bedeutung.
Nickelpreise fallen stark!
Der Rückgang des Nickelpreises ist vor allem auf ein globales Überangebot zurückzuführen, welches maßgeblich durch hohe Produktionsmengen, insbesondere aus Indonesien, verursacht wird. Das Land wird bis 2025 über 60 Prozent der weltweiten Bergbauproduktion liefern. Ferronickel und Nickel-Sulfat, die für die Herstellung von Batterien wichtig sind, stammen ebenfalls vorwiegend aus Indonesien und China.
„Für das erste Quartal 2026 erwarten wir, dass die Nickelpreise nahe ihrem aktuellen Tief bei rund 14.000 US-Dollar pro Tonne bleiben“, erläuterte Simon Lacoume, Branchenanalyst beim internationalen Kreditversicherer Coface.
Die indonesische Regierung hat im Jahr 2020 ein Exportverbot für unverarbeitetes Erz eingeführt, um die Wertschöpfung im Inland zu erhöhen. Diese Maßnahme führte dazu, dass die Zahl der Schmelzen in Indonesien von zwei im Jahr 2014 auf voraussichtlich 30 im Jahr 2025 angestiegen ist, was zu einem starken Kapazitätsausbau und schließlich zu einem globalen Überangebot führte.
Angebotsüberschuss und Regulierungen in Indonesien
Um den exzessiven Ausbau der Produktionskapazitäten zu regulieren, hat die indonesische Regierung am 10. November eine neue Regelung veröffentlicht, die Investitionen über industrielle Geschäftslizenzen einschränkt. Zudem sind Maßnahmen geplant, um die Förderquoten für Nickelerz im kommenden Jahr unter das bereits genehmigte Volumen zu senken. Trotzdem bleibt die unmittelbare Auswirkung auf das Angebot aktuell begrenzt, und die Marktreaktionen fallen eher zurückhaltend aus.
Chinas Einfluss auf die Nickel-Nachfrage
Die Nachfrage nach Nickel bleibt insbesondere in Asien gedämpft. Coface prognostiziert für 2025 ein verlangsamtes Wachstum der Edelstahlproduktion, dem hauptsächlichen Anwendungsbereich von Nickel, von 3 bis 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. China, das für 25 Prozent der globalen Raffination von Nickel verantwortlich ist, steht vor wirtschaftlichen Herausforderungen, die sich negativ auf die Nachfrage auswirken könnten. Laut Prognosen könnte das Wirtschaftswachstum Chinas bis 2026 auf 4,2 Prozent sinken.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Langfristig wird jedoch erwartet, dass die anstehenden Technologien der Energiewende, wie etwa Elektrofahrzeuge und Speicherlösungen, dies zum Teil ausgleichen werden. Nickel spielt eine entscheidende Rolle in der Batteriefertigung für Elektroautos, da nickelreiche Batterien eine kostengünstige und leichtere Alternative zu kobaltbasierter Technologie darstellen.
Coface sieht in der Dynamik des chinesischen Marktes für Elektrofahrzeuge mittelfristig Potenzial: Im September 2023 erreichte China mit 1,8 Millionen produzierten Elektrofahrzeugen ein Rekordvolumen, und bis 2025 könnte der Anteil dieser Fahrzeuge an den Gesamtverkäufen auf nahezu 50 Prozent steigen. Diese Entwicklung unterstützt die Nachfrage nach Nickel, auch wenn die Schwierigkeiten in traditionellen Wirtschaftssektoren die Gesamtlage weiterhin beeinflussen könnten.
Angesichts der sich verändernden Marktbedingungen und der zentralen Rolle des Nickelpreises in der Energiewende ist es wichtig, die Entwicklungen im Auge zu behalten.
Die Trends und Preisschwankungen im Nickelmarkt haben bedeutende Auswirkungen auf die Energiewende sowie auf die Wirtschaft insgesamt. Der Nickelpreis bleibt daher ein zentrales Thema und erheblicher Einflussfaktor in der Diskussion um nachhaltige Energiequellen.

