Hamburg. Wenn es um festliche Speisen an Weihnachten geht, stehen oft Gans und Braten im Mittelpunkt. Doch aktuelle Analysen des Fisch-Informationszentrums (FIZ) zeigen, dass Fisch mittlerweile ein fester Bestandteil des Weihnachtsessens ist. Diese Erkenntnis verstärkt sich durch die aktuellen Marktdaten zum Verbrauch, die den Dezember als den stärksten Monat für Fisch konsumieren.
Fisch ist der Festtagsfavorit
Die Verbrauchsdaten des FIZ belegen einen signifikanten Anstieg des Fischkonsums in der Weihnachtszeit. Besonders bemerkenswert ist der Bereich des Räucherfisches, der im Vergleich zu den Monaten Januar bis November regelrecht boomt. „2023 wurde rund 70 Prozent mehr gekauft, 2024 sind es rund 66 Prozent“, erklärt Julia Steinberg-Böthig, Ernährungswissenschaftlerin beim FIZ. Dieses Segment zeigt im gesamten Fischmarkt die markantesten Festtagsspitzen.
Nicht nur Räucherfisch erlebt einen Aufschwung, auch Frischfisch erfreut sich steigender Beliebtheit: Ein Zuwachs von 39 Prozent im Jahr 2023 und 33 Prozent im Jahr 2024 verdeutlicht, dass Verbraucher bewusst frische Produkte wie Lachsfilet, ganze Fische oder edlere Varianten einkaufen. Insgesamt zeigt der Fischkonsum einen Anstieg von rund 33 Prozent (2023) und 25 Prozent (2024) im Vergleich zum Jahresdurchschnitt der ersten elf Monate.
Stabile Nachfrage aus der Bevölkerung
Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Appinio im Auftrag des Marine Stewardship Council (MSC) plant etwa jede/r Vierte in Deutschland, Fisch oder Meeresfrüchte für das Weihnachtsessen 2025 zu wählen. „Es ist eine kleine, aber stark kaufkräftige Gruppe, die entscheidend dafür verantwortlich ist, dass die Verkaufszahlen im Dezember ansteigen“, erläutert Steinberg-Böthig. Besonders beliebt sind Produkte wie Lachs, Garnelen und andere Krustentiere.
Die Umfrageergebnisse zeigen zudem, dass Nachhaltigkeit beim Festtagsfisch für nur etwa ein Drittel der Befragten eine Rolle spielt. „Wir beobachten ein Spannungsfeld zwischen Genuss und dem Wunsch nach nachhaltigen Produkten“, sagt Steinberg-Böthig und betont, dass emotionale Traditionen oft entscheidender sind als rationale Überlegungen.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Fisch spielt eine entscheidende Rolle in der weihnachtlichen Esskultur, auch wenn er oft im Schatten lautstärkerer Festtagsgerichte steht. Die aktuellen Zahlen des FIZ zeigen, dass Fisch im Dezember sehr gefragt ist, auch wenn er in der öffentlichen Wahrnehmung häufig als weniger prominent gilt. „Fisch ist vielleicht nicht der lauteste Festtagsstar, aber er gehört in vielen Familien einfach dazu“, so Steinberg-Böthig.
Die vermehrte Nachfrage nach Fisch an Weihnachten hat weitreichende Auswirkungen auf die regionale Fischwirtschaft und die Verbraucher. Die zunehmende Beliebtheit von Fischgerichten bietet nicht nur eine Option für eine abwechslungsreiche Feiertagsküche, sondern zeigt auch, dass sich die Kaufgewohnheiten der Menschen langsam verändern. In den kommenden Jahren könnte Fisch somit eine noch zentralere Rolle in der deutschen Weihnachtstradition spielen, während die traditionelle Weihnachtsgans zunehmend in den Hintergrund rückt.
Das zunehmende Interesse an Fisch als Bestandteil des Weihnachtsessens zeigt sich in den Verkaufszahlen und der steigenden Beliebtheit frischer, nachhaltig gefangener Produkte. Der Trend ist klar: Fisch ist der Festtagsfavorit und prägt die weihnachtliche Esskultur in Deutschland.
