Münster. Das Private Banking in Deutschland zeigt sich 2024 in einer stabilen Wachstumsphase, die sich vor allem durch ein günstiges Marktumfeld und soliden Vermögenszuwachs auszeichnet. Die aktuelle Private-Banking-Studie von zeb berichtet von einem Anstieg des Vermögens hochvermögender Kunden um 8,6 Prozent auf rund 6,5 Billionen Euro.
Starkes Wachstum im Private Banking
Die Private-Banking-Studie von zeb prognostiziert, dass das Wachstum bis 2030 anhält, mit einer Vermögenssteigerung auf insgesamt 8,5 Billionen Euro. Dies entspricht einem jährlichen Wachstum von durchschnittlich 4,4 Prozent. Im Jahr 2024 erreichte das Ertragspotenzial im deutschen Private Banking ein volles Volumen von 22,1 Milliarden Euro, was einem Plus von 4,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Ertragsmarge bleibt stabil bei 69 Basispunkten, während die Cost-Income-Ratio (CIR) sich auf 70 Prozent verbessert hat.
Eine bemerkenswerte Entwicklung ist, dass das Wachstum nicht mehr primär von Zinsen, sondern von Provisionserträgen getragen wird. Die Provisionserträge stiegen um knapp 9 Prozent und verteilten sich nahezu gleich auf die Bereiche Private Banking (11,2 Milliarden Euro) und Wealth Management (10,9 Milliarden Euro). Hierbei kommen 38 Prozent der Erträge aus Bereichen außerhalb des klassischen Einlagen- und Wertpapiergeschäfts.
Ertragspotenziale im Private Banking
Die Studie zeigt auf, dass gerade in den Bereichen Finanzierung und Immobilien für vermögende Kunden signifikante Ertragspotenziale von bis zu 5,7 Milliarden Euro vorhanden sind. Dr. Jens Wiegel, Senior Manager und Co-Autor der Studie, hebt hervor:
„In den Bereichen Finanzierung und Immobilien für vermögende Kunden liegen nach wie vor große ungenutzte Chancen. Banken sollten hier mutiger agieren und ihre Angebote systematisch ausbauen.“
Aktuell sind über 70 Prozent der Private-Banking-Haushalte in städtischen Regionen angesiedelt, wobei die zehn größten Stadtregionen Deutschlands, darunter München, Hamburg und Frankfurt, maßgeblich zu den Erträgen beitragen. Dennoch liegt in weniger umkämpften Regionen wie Westniedersachsen und am Bodensee ein hohes Expansionspotenzial, insbesondere für regionale Banken.
Die Bedeutung von Wettbewerb und Innovationsdruck
Für die regionalen Privatbanken bedeutet dies, dass sie ihre Marktposition durch innovative Angebote stärken müssen. Markus Bräckle, Senior Manager bei zeb, erklärt:
„Die deutschen Privatbanken zeigen im Jahr 2024 eine positive Entwicklung, insbesondere bei den Provisionserträgen. Dennoch braucht es hier neue Impulse, etwa durch Investitionen in digitale Beratung.“
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Fazit zum Private Banking in Deutschland
Insgesamt lässt sich festhalten, dass das Private Banking in Deutschland vor einem dynamischen Wandel steht. Die perspektivischen Wachstumsprognosen und die Möglichkeit, ungenutzte Ertragspotenziale auszuschöpfen, schaffen ein positives Umfeld für Banken und ihre Kunden. Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet dies, dass sich die Angebote im Private Banking weiter diversifizieren und verbessern können. Die Entwicklung im Private Banking in Deutschland bleibt also spannend und vielversprechend.

