Schwarz-weiß Bild einer Prozession mit Menschen in traditionellen Gewändern vor einer Kirche in Nigeria.

Deutsche Bischofskonferenz zur Lage der Christen in Nigeria

Bonn. Die Deutsche Bischofskonferenz hat heute einen eindringlichen Appell zur Freilassung von über 300 entführten Schülerinnen, Schülern und Lehrkräften der katholischen St. Mary’s School im nigerianischen Papiri veröffentlicht. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Gewalt in Nigeria wird die Initiative „Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen unserer Zeit“ neu belebt, um die drängenden Probleme der Christen in Nigeria ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Freilassung der entführten Schülerinnen

Die Situation in Nigeria ist von einem besorgniserregenden Anstieg der Gewalt geprägt. Bischof Dr. Bertram Meier, Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, bezeichnete die Gewalttaten als „abscheuliche Verbrechen“, die entschieden verurteilt werden müssen. Im Rahmen eines Online-Pressegesprächs wies er darauf hin, dass die „Spirale der Gewalt“ in Nigeria in letzter Zeit dramatisch angezogen hat und das Land sich in einer Phase religiöser Unruhe befindet.

Im Norden Nigerias sind islamistische Terroristen nach wie vor aktiv, trotz der militärischen Rückdrängung der Gruppierung Boko Haram. Übergreifende Konflikte zwischen verschiedenen ethnischen, politischen und religiösen Gruppen verstärken die Gewalt und die Unsicherheit in zahlreichen Regionen. Bischof Meier forderte die nigerianische Regierung zu einem stärkeren Engagement auf, um eine drohende Großkrise abzuwenden. „Rechtsstaatlichkeit und Respekt für alle Religionen sind dauerhaft geboten“, so Meier.

Herausforderungen für die Region

Neben den internen Herausforderungen sieht Bischof Meier auch die internationale Gemeinschaft in der Pflicht, aktiver zu werden. Die Christlichen Hilfsorganisationen ergreifen bereits Maßnahmen zur Gewaltprävention in besonders betroffenen Regionen. Pfarrer Dirk Bingener, Präsident des Hilfswerks Missio Aachen, betonte die Wichtigkeit von Frauen in diesen Projekten, die oft entscheidend zur Heilung zerrissener Gemeinschaften beitragen.

Darüber hinaus berichtete Erzbischof Dr. Ignatius Ayau Kaigama von seiner Erfahrung und den zentralen Herausforderungen, die mit Fragen der Governance verbunden sind. Die Politisierung religiöser Dispute gefährde den sozialen Frieden. Politische Akteure nutzen Glaubenszugehörigkeiten oft zu eigenen Zwecken, was zu einer verstärkten Spaltung der Gesellschaft führt. Er forderte eine engere interreligiöse Zusammenarbeit und eine Besinnung auf gemeinsame Werte, um Armut und Fundamentalismus gemeinsam zu bekämpfen.

Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

Die neu veröffentlichte Arbeitshilfe der Deutschen Bischofskonferenz zielt darauf ab, die Situation der Christen in Nigeria differenziert darzustellen. Sie richtet sich sowohl an politisch Interessierte als auch an Kirchengemeinden und leistet einen Beitrag zur Solidarität mit den Opfern religiös motivierter Diskriminierung. Die Publikation beleuchtet die Vielzahl an Konflikten, den anhaltenden islamistischen Terror sowie die wirtschaftlichen Probleme, die in vielen Fällen die Ursachen für Gewalt darstellen.

Die Arbeitshilfe ist verfügbar in der Rubrik Publikationen auf der Webseite der Deutschen Bischofskonferenz. Sie bietet wichtige Informationen für alle, die die schwierige Situation der Christen in Nigeria besser verstehen und unterstützen möchten.

Die Förderung des interreligiösen Dialogs und der Einsatz für Religionsfreiheit sollten zentrale Anliegen aller sein, um die Grundlagen für ein friedliches Zusammenleben in Nigeria zu schaffen. Die Stimme der Deutschen Bischofskonferenz ist ein Schritt in die richtige Richtung, die Herausforderungen der Christen in Nigeria öffentlich zu machen.

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