Wenn Kiefer und Körper zusammenarbeiten: Warum Osteopathie und Kieferorthopädie Hand in Hand gehen sollten

Osteopathie und Kieferorthopädie ergänzen sich

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Wiesbaden. Kieferbeschwerden wie Knacken, verspannte Kaumuskeln oder sogar Kopfschmerzen sind für viele Menschen ein alltägliches Problem. Bei einem Regionaltreffen des Verbandes der Osteopathen Deutschland (VOD) in Rohrdorf erklärte die Osteopathin und Dozentin Angelika Willeitner, wie wichtig die Wechselwirkung zwischen Osteopathie und Kieferorthopädie für die Behandlung von Kieferproblemen ist. Die gemeinsame Betrachtung dieser Therapien kann zu einer deutlich verbesserten Kiefergesundheit führen.

Osteopathie verbessert Kiefergesundheit

Die Rolle des Kiefergelenks

Das Kiefergelenk (Articulatio temporomandibularis, ATM) hat einen signifikanten Einfluss auf zahlreiche Körperstrukturen, darunter Muskeln, Faszien und die Wirbelsäule. Bei eingeschränkter Beweglichkeit des Kiefergelenks können vielfältige Beschwerden entstehen. Daher ist für Osteopathinnen und Osteopathen die ganzheitliche Beurteilung des Patienten von zentraler Bedeutung. „Wir behandeln niemals nur das Kiefergelenk – wir behandeln einen Menschen, der an Funktion verloren hat“, verdeutlichte Willeitner.

Synergie zwischen Osteopathie und Kieferorthopädie

Besonders bei Kindern, die kieferorthopädisch behandelt werden, kann Osteopathie eine entscheidende Rolle spielen. Die osteopathische Begleitbehandlung ermöglicht:

  • Verbesserung der Beweglichkeit von Schädel- und Gesichtsknochen
  • Normalisierung der Muskelspannung im Kausystem
  • Stabilisierung der Körperhaltung
  • Erleichterung und Beschleunigung kieferorthopädischer Maßnahmen

Ein erfolgreiches Beispiel ist die Behandlung eines funktionellen Kreuzbisses, bei der die Kombination aus Osteopathie und kieferorthopädischer Stabilisierung zu einem nachhaltigen Therapieerfolg führte.

Grundprinzipien der Osteopathie

Im Vortrag erläuterte Willeitner die sieben Gesundheitsmechanismen nach Philippe Druelle, die verdeutlichen, dass Gesundheit dann entsteht, wenn alle Körpersysteme einwandfrei zusammenarbeiten. Zu den relevanten Aspekten für den Kiefer zählen:

  • Verspannungen im Nacken oder Becken können das Kiefergelenk negativ beeinflussen.
  • Stress und emotionale Belastungen wirken sich direkt auf die Kaumuskulatur aus.

Osteopathische Behandlungsmethoden zielen darauf ab, diese Funktionsstörungen sanft und präzise zu lösen und stets das Zusammenspiel aller Körpersysteme zu berücksichtigen.

Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit fördern

Der VOD betont die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit zwischen Osteopathen, Zahnärzten und Kieferorthopäden. Diese Kooperation kann sowohl für Kinder im Wachstum als auch Erwachsene mit chronischen Beschwerden zu den besten Behandlungsergebnissen führen.

Zudem organisiert der VOD regelmäßig Vorträge und Seminare, um über die Bedeutung der interdisziplinären Ansätze zu informieren. Der nächste Vortrag zum Thema „Der Einfluss des okklusalen Gleichgewichts von Kopf bis zur Sohle“ findet Anfang Februar im Kloster Frauenwörth auf der Fraueninsel statt.

Osteopathie spielt eine zunehmend wichtige Rolle in der Gesundheitsversorgung, insbesondere in Kombination mit kieferorthopädischen Therapien, um die Kiefergesundheit nachhaltig zu verbessern. Während der VOD sich für Qualitätssicherung und Aufklärung einsetzt, wird Osteopathie immer mehr als effektives und vielversprechendes medizinisches Feld anerkannt.

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