Meppen. Die GrenzInfoPunkte erhalten eine gesicherte Finanzierung bis 2028 und werden weiter ausgebaut. Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen können sich dort weiterhin kostenlos zu Arbeiten, Wohnen, Wirtschaften oder Studieren im Nachbarland beraten lassen. Auch der Landkreis Emsland unterstützt die Finanzierung und betont die Bedeutung der Angebote für Fachkräftegewinnung, Gesundheitswesen und regionale Standortvorteile.
Die bisherige Förderung wäre 2025 ausgelaufen, nun wurde eine neue Vereinbarung zwischen dem Land Niedersachsen und mehreren Partnern unterzeichnet. Ziel ist es, die Beratungsstellen entlang der deutsch niederländischen Grenze langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln.
Ausbau der GrenzInfoPunkte stärkt Chancen im Grenzraum
Landrat Marc André Burgdorf erläutert, dass die GrenzInfoPunkte helfen, unterschiedliche steuerliche und soziale Regelungen beiderseits der Grenze zu überwinden. Damit sollen Hemmnisse abgebaut und die beruflichen sowie bildungsbezogenen Möglichkeiten in der Grenzregion besser genutzt werden. Seit 2015 existieren fünf GIP, zwei davon relevant für das Emsland: der GIP der Ems Dollart Region (EDR) im niederländischen Bad Nieuweschans und der GIP der Euregio in Gronau. Zusätzlich finden Sprechtage in Papenburg und Nordhorn statt.
Künftig sollen vor allem die Bereiche Fachkräftegewinnung und Gesundheitswesen gestärkt werden. Dazu gehört auch die grenzüberschreitende Nutzung medizinischer Einrichtungen, die für viele Bürgerinnen und Bürger ein wichtiger Standortfaktor ist.
Landkreis Emsland beteiligt sich an der Finanzierung
Von 2026 bis 2028 stellt der Landkreis Emsland jährlich rund 17.922 Euro für den GIP der EDR bereit. Für den GIP der Euregio fließen jährlich etwa 9.000 Euro. Insgesamt werden damit rund 80.766 Euro im Haushalt eingeplant. Weitere Förderer sind die Landkreise Grafschaft Bentheim und Leer, die Agentur für Arbeit Nordhorn sowie das Land Niedersachsen.
Die Beratung der GIP erfolgt in enger Zusammenarbeit mit deutschen und niederländischen Steuer- und Sozialversicherungseinrichtungen, Wirtschaftskammern, Arbeitsverwaltungen und grenzüberschreitenden Arbeitsmarktinitiativen. Diese Vernetzung ermöglicht eine praxisnahe und rechtssichere Unterstützung für Pendlerinnen, Pendler und Unternehmen.
Grenzübergreifende Zusammenarbeit fest verankert
Die Ems Dollart Region ist seit 1977 ein zentraler Akteur in der grenzüberschreitenden Kooperation. Mit aktuell rund 83 Mitgliedern arbeitet sie an Themen wie Wirtschaftsentwicklung, Infrastruktur und gesellschaftlicher Integration. Die Euregio, gegründet 1958, ist der älteste Zusammenschluss entlang der deutsch niederländischen Grenze und fördert Projekte in Wirtschaft, Kultur und Raumplanung.
Weitere Informationen finden sich unter www.grenzinfo.eu. Eine thematisch passende Übersicht bietet regionalupdate.de unter Regionen.
Die langfristige Finanzierung stärkt die Zusammenarbeit im Grenzraum und erleichtert vielen Menschen den Alltag, die auf beiden Seiten der Grenze leben oder arbeiten. Damit bleibt das Emsland eine Region, die Chancen über Grenzen hinweg aktiv gestaltet.

