Bad Pyrmont. Das Staatsbad Pyrmont wurde bei den ESPA Innovation Awards 2025 für ein neuartiges Rehabilitationsprogramm für Patienten mit schwerer Fibromyalgie ausgezeichnet. Das Programm setzt auf die Förderung der Selbstwirksamkeit und gilt als Beispiel für Innovative Reha Fibromyalgie.
Neues Reha-Programm überzeugt
Das ausgezeichnete Rehabilitationsprogramm richtet sich an Patienten mit schwerer Fibromyalgie, die häufig als therapieresistent gelten. Entwickelt wurde es von Dr. Martin Gehlen, Chefarzt der Fürstenhof Klinik in Bad Pyrmont. Zentral ist die Stärkung der Selbstwirksamkeit, also des Vertrauens der Patienten in ihre eigene Fähigkeit, ihre Gesundheit positiv zu beeinflussen.
Therapieansatz basierend auf neurokognitiven Modellen
Das Konzept beruht auf dem sogenannten Predictive Coding, einem neurokognitiven Modell, das beschreibt, wie das Gehirn Schmerz und Belastung durch Erwartungen verarbeitet. Viele Betroffene verbinden körperliche Aktivität automatisch mit Schmerzen. Durch strukturierte Trainingsprogramme und Erfolgserlebnisse im Verlauf der dreiwöchigen Reha sollen diese Erwartungsmuster verändert werden.
Diagnostik und Therapie mit funktionellen Tests
Ein wichtiges Element des Programms ist der 6-Minuten-Gehtest. Dieser wird sowohl diagnostisch als auch therapeutisch eingesetzt und verdeutlicht den Patienten messbare Fortschritte. So wird körperliche Aktivität als positiv erlebt, was zu einer verbesserten Fitness und Lebensqualität beiträgt.
„Wenn Menschen das Gefühl haben, nichts bewirken zu können, verschlechtert das ihre gesamte Lebensqualität“, sagte Dr. Martin Gehlen. „Rehabilitation muss ihnen dieses Gefühl zurückgeben.“
Die Jury der ESPA Innovation Awards lobte insbesondere die wissenschaftliche Fundierung, die messbaren Verbesserungen und die Übertragbarkeit des Programms auf andere chronische Schmerzsyndrome.
Beispiele für die Vorteile des neuen Reha-Programms:
- Fokussierte Förderung der Selbstwirksamkeit bei Fibromyalgie
- Integration moderner neurokognitiver Schmerzmodelle
- Nachweisbare funktionelle Verbesserungen bei Patienten
- Übertragbarkeit auf weitere chronische Schmerzstörungen
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Fortschritt für die Rehabilitationsmedizin in Bad Pyrmont
Das Staatsbad Pyrmont und die Fürstenhof Klinik positionieren sich mit dieser und weiteren Forschungsarbeiten wie der Studie zur systemischen Mastozytose als führende Einrichtungen für evidenzbasierte Rehabilitationsmedizin. Zwischen 2005 und 2015 wurden im Staatsbad Pyrmont über 8.000 Patienten betreut, wobei natürliche Heilmittel wie Moor und Heilwasser zum Einsatz kommen.
Bürgerinnen und Bürger profitieren von neuen Therapieangeboten, die auch schwere chronische Erkrankungen adressieren. Das Programm wurde bereits bei der European Spas Association international anerkannt. Weitere Informationen zur Fürstenhof Klinik finden sich auf der offiziellen Webseite des Staatsbads Pyrmont.
Lesen Sie auch mehr zu Gesundheitsthemen und regionalen Innovationen auf regionalupdate.de und informieren Sie sich über wissenschaftlich fundierte Rehamaßnahmen bei chronischen Schmerzen etwa auf der Seite der Deutschen Schmerzgesellschaft.
Quellen: European Spas Association, Fürstenhof Klinik Bad Pyrmont, Deutsche Schmerzgesellschaft
