Frankfurt am Main. Die Ausgaben für Forschung Entwicklung Deutschland stagnieren seit 2019 und zeigen im internationalen Vergleich kaum Steigerungen. Während andere führende Länder wie China, die USA und Südkorea ihre Investitionen deutlich erhöht haben, stagniert Deutschland bei Forschung und Entwicklung (FuE) auf fast konstantem Niveau.
FuE-Ausgaben stagnieren
Die Entwicklung der Investitionen in Forschung und Entwicklung zeigt für Deutschland eine ernüchternde Tendenz. Seit 2019 sind die inflationsbereinigten FuE-Ausgaben der Unternehmen hierzulande kaum gestiegen und verzeichneten lediglich ein minimales Plus von 0,5 Prozent bis 2023. Im Gegensatz dazu verzeichneten Unternehmen in China einen Anstieg von 43 Prozent, in den USA 25 Prozent und in Südkorea 21 Prozent.
Rückgang im Wissenschaftssektor
Nicht nur bei privaten Unternehmen, auch im öffentlichen Wissenschaftssektor – etwa an Universitäten und Forschungsinstituten – sind die FuE-Ausgaben rückläufig. Seit 2019 sind diese Ausgaben in Deutschland um real fünf Prozent gesunken, während Länder wie China (33 Prozent), Südkorea (26 Prozent) und Japan (neun Prozent) deutliche Zuwächse verbuchen konnten. In den USA betrug das Wachstum sechs Prozent.
Einfluss der Branchenstruktur
Ein wesentlicher Faktor für die Entwicklung in Deutschland ist die Branchenstruktur der FuE-Investitionen. Großunternehmen und traditionelle Industriebranchen, insbesondere der Automobilsektor, tragen schwerpunktmäßig zu den Ausgaben bei. Die KfW betont die Notwendigkeit, durch wirtschaftspolitische Maßnahmen auch die Innovationskraft mittelständischer Unternehmen zu stärken und mehr Potenziale neuer Technologien zu fördern. Gerade die gezielte Unterstützung von Start-ups könnte hier neue Impulse setzen.
„Eine Ursache für die anhaltende Schwäche der deutschen Wirtschaft ist ein rapider technologischer Wandel und ein relativer Verlust der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen bei neuen Technologien“, sagte Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW.
„Ein nachhaltiger Aufschwung der deutschen Wirtschaft kann nur gelingen, wenn das deutsche Innovationssystem, und damit auch der Unternehmenssektor, wieder Anschluss an die internationale Spitze findet.“
Weitere detaillierte Daten und Analysen sind im KfW Research Chartbook abrufbar.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Bedeutung für die Region Frankfurt am Main und Perspektiven
Frankfurt am Main als bedeutender Wirtschafts- und Finanzstandort profitiert von einem leistungsfähigen Innovationsökosystem. Die stagnierenden FuE-Ausgaben weisen jedoch darauf hin, dass auch hierzulande Anstrengungen notwendig sind, um im internationalen Wettbewerb nicht zurückzufallen. Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet dies, dass neue technologische Entwicklungen und Innovationen – von nachhaltiger Mobilität bis Digitalisierung – aktiv gefördert werden müssen.
Die KfW unterstützt im Auftrag des Bundes insbesondere den Mittelstand, der in der Region eine wichtige Rolle spielt. Verschiedene Förderprogramme sollen dabei helfen, die Innovationsfähigkeit kleinerer und mittlerer Unternehmen zu stärken. Gezielte Maßnahmen zur Förderung von Start-ups sowie eine Ausweitung der FuE-Investitionen könnten die Wettbewerbsfähigkeit Frankfurt am Mains und der gesamten Region langfristig sichern.
Aktuelle Informationen und Fördermöglichkeiten sind unter Wir stärken den Mittelstand erhältlich.
Für weiterführende Hintergründe und regionale Entwicklungen bietet regionalupdate.de regelmäßig aktuelle Berichte zur Innovationspolitik und wirtschaftlichen Entwicklung in Hessen und darüber hinaus.

