Freiburg. Die humanitaere lage syrien steht im Mittelpunkt des kommenden Gesprächs zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz und Präsident Ahmad Al-Scharaa. Caritas international fordert dabei ein besonderes Augenmerk auf den Schutz der Zivilbevölkerung und die Verbesserung der katastrophalen Lage im Land.
Humanitäre Lage klären
Aktuelle Situation in Syrien
Seit dem Ausbruch des Krieges vor 14 Jahren ist Syrien von massiven humanitären Problemen geprägt. Laut Caritas international leben rund 16,5 Millionen Menschen in Not, davon knapp 15 Millionen mit Ernährungsunsicherheit. Zudem sind fast die Hälfte aller medizinischen Einrichtungen nicht funktionsfähig. Rund sieben Millionen Menschen sind weiterhin innerhalb des Landes vertrieben.
Die jüngsten Kämpfe in Aleppo haben die Lage zusätzlich verschärft. Etwa 120.000 Menschen mussten erneut fliehen, Todesopfer wurden gemeldet. Oliver Müller, Leiter von Caritas international, macht deutlich:
„Die jüngsten Kämpfe in Aleppo, die Todesopfer gefordert und rund 120.000 Menschen zur Flucht gezwungen haben, zeigen, wie fragil die Situation in Syrien weiterhin ist.“
Forderungen von Caritas international
Caritas international fordert, dass bei den Gesprächen zwischen Friedrich Merz und Ahmad Al-Scharaa der Schutz der Zivilbevölkerung und die humanitären Hindernisse für Rückführungen syrischer Geflüchteter aus Deutschland im Fokus stehen. Müller wies darauf hin, dass der erhoffte Wiederaufbau Syriens nach dem Fall des Assad-Regimes noch in weiter Ferne liegt. Die Caritas leistet vor Ort vor allem klassische Überlebenshilfen und unterstützt Menschen bei der Überwindung von Kriegstraumata.
„Wie und mit welchen zusätzlichen finanziellen Mitteln der notleidenden syrischen Bevölkerung geholfen werden kann, muss der zentrale Bestandteil der Gespräche sein“, betont Müller.
- 16,5 Millionen Menschen in Not
- 15 Millionen leiden an Ernährungsunsicherheit
- 7 Millionen Binnenvertriebene
- Fast 50 Prozent medizinische Einrichtung außer Funktion
Caritas international ist Teil eines weltweiten Netzwerks und bittet um Spenden für die Nothilfe in Syrien.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Bedeutung für Freiburg und die Region
Freiburg als Sitz von Caritas international ist direkt an humanitären Programmen beteiligt, die syrischen Geflüchteten und betroffenen Menschen vor Ort helfen. Die humanitaere lage syrien beeinflusst auch lokale Integrationsmaßnahmen und den Umgang mit Geflüchteten in Deutschland. Die Bundesregierung plant im Nachgang der Gespräche eine Überprüfung der Rückführungsstrategien für Syrerinnen und Syrer.
Für Bürgerinnen und Bürger bietet Caritas international Informations- und Spendenmöglichkeiten, um die humanitäre Hilfe zu unterstützen. Weitere Details zu Hilfsaktionen und Möglichkeiten zur Beteiligung finden Interessierte auf der Website von Caritas international sowie aktuelle Hintergrundinformationen zu Syrien bei Auswärtiges Amt.
Weiterführende Informationen zur Unterstützung von Geflüchteten und humanitären Projekten in der Region sind auch auf regionalupdate.de verfügbar.

