Berlin. Die Bundesärztekammer warnt vor Angeboten zur medizinischen Diagnostik in Drogeriemärkten. Die medizinische Diagnostik Drogerien betreffende Gesundheitschecks ohne ärztliche Begleitung können Fehldiagnosen und Unsicherheiten bei Patientinnen und Patienten verursachen.
Risiken bei Drogerie-Checks
Die Durchführung medizinischer Diagnostik erfordert eine umfassende ärztliche Begleitung, die über das bloße Erfassen von Messwerten hinausgeht. Die Bundesärztekammer kritisiert, dass in Drogeriemärkten häufig nur isolierte Momentaufnahmen erstellt werden, die ohne den notwendigen medizinischen Kontext zu Fehleinschätzungen führen können.
Fehlende ärztliche Einbindung
Gesundheitschecks in Drogerien wie Hautuntersuchungen, Augenscreenings mit Künstlicher Intelligenz oder Blutdiagnostik setzen eine fachliche Expertise voraus, die vor Ort meist nicht gewährleistet ist. Insbesondere die Blutdiagnostik kann durch Fehler bei Entnahme, Lagerung oder Transport der Proben falsche Werte liefern.
Mangelnde Notfallvorsorge und Beratung
Drogeriemärkte sind nicht für medizinische Notfälle ausgestattet, etwa bei Kreislaufzusammenbrüchen oder akuten Komplikationen. Außerdem fehlt eine individuelle, vertrauliche Beratung, wie sie in Arztpraxen gegeben ist. Ärztinnen und Ärzte können hingegen Befunde im Gesamtzusammenhang beurteilen und Behandlungsschritte verantwortungsvoll einleiten.
„Medizinische Diagnostik lässt sich nicht im Vorbeigehen erledigen. Messungen in Drogerien vermitteln den Eindruck von Sicherheit, liefern aber lediglich isolierte Momentaufnahmen ohne medizinischen Kontext“, sagte Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt.
- Gesundheitschecks in Drogerien können unnötige Verunsicherung oder falsche Sicherheit erzeugen.
- Ärzte berücksichtigen Anamnese, körperliche Untersuchung und differenzialdiagnostische Aspekte.
- Drogeriemärkte sind nicht auf medizinische Notfälle vorbereitet.
- Gesetzgeber wird aufgefordert, klare Grenzen und Regulierungen zu schaffen.
Weitere Informationen zur medizinischen Diagnostik finden Sie bei der Bundesärztekammer und wissenschaftliche Hintergrundinformationen bietet etwa die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Ärztliche Diagnostik versus Drogerie-Checks: Was Patientinnen und Patienten wissen sollten
In der Region sind Drogerien mit Gesundheitsdienstleistungen zunehmend präsent. Für die Bevölkerung ist es wichtig zu verstehen, dass medizinische Diagnostik eine ärztliche Expertise voraussetzt, die in solchen Verkaufsstellen nicht gegeben ist. Der Hinweis der Bundesärztekammer soll dazu beitragen, Fehldiagnosen zu vermeiden und die richtige Nutzung medizinischer Angebote zu fördern.
Für Bürgerinnen und Bürger empfiehlt es sich, bei Gesundheitsfragen auf den Besuch von Arztpraxen zu setzen. Die dort gegebenen Beratungen sind vertraulich, individuell und umfassend. Die Ärzteschaft fordert zudem den Gesetzgeber auf, klare rechtliche Regelungen einzuführen, um den Schutz der Patientinnen und Patienten zu gewährleisten.
Auf regionaler Ebene wird erwartet, dass Apotheken und Drogerien weiterhin als Kontaktstellen für Gesundheitsprodukte dienen, während die medizinische Diagnostik explizit in den ärztlichen Bereich zurückverlagert wird. Entsprechende Informationskampagnen und Aufklärungsveranstaltungen sind geplant, um über die Risiken von Gesundheitschecks außerhalb der ärztlichen Praxen aufzuklären.
Mehr Informationen zu Gesundheitsangeboten in Ihrer Region finden Sie auf regionalupdate.de.

