Winterprognose Osteuropa: Solides Wachstum trotz Unsicherheiten

Wien. Die aktuelle Winterprognose des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) zeigt, dass das Wachstum in Osteuropa wirtschaft Wachstum solide bleibt, obwohl strukturelle Herausforderungen wie die Schwäche der Industrie und hohe Budgetdefizite bestehen. Für 2026 und 2027 wird in der Region ein durchschnittliches Wachstum von rund 2,6 bis 2,7 Prozent erwartet.

Regionale Wachstumsprognose: Osteuropa wirtschaft Wachstum im Wandel

Das wiiw prognostiziert für die EU-Mitgliedstaaten in Osteuropa ein Wachstum, das trotz widriger Faktoren wie der Schwäche der deutschen Industrie über dem Durchschnitt der Eurozone liegt. Die Region durchlebt dabei einen Strukturwandel: Während bisher vor allem der private Konsum aus Reallohnsteigerungen das Wachstum antrieb, gewinnen Investitionen in Produktivität zunehmend an Bedeutung. Der bisherige Erfolg als verlängerte Werkbank westlicher Konzerne wird durch gestiegene Lohnstückkosten zunehmend infrage gestellt.

Führende Volkswirtschaften und regionale Unterschiede

Polen verzeichnet mit 3,7 Prozent (2026) und 3,2 Prozent (2027) das schnellste Wachstum unter den östlichen EU-Staaten. Litauen (3,0 Prozent) und Kroatien (2,8 Prozent) folgen auf den Plätzen. Auch im Westbalkan wird mit vergleichsweise kräftigen Wachstumsraten von über drei Prozent gerechnet, wobei Serbien aufgrund anhaltender Proteste eine leicht negative Anpassung erfährt. Die Türkei wird mit Abstand stärkstes Wachstum (+3,9 Prozent 2026, +4,4 Prozent 2027) vorausgesagt.

Einfluss externer und interner Faktoren

Die steigenden Verteidigungsausgaben bei osteuropäischen NATO-Mitgliedern könnten Impulse setzen, wenn verstärkt in lokale Produktion investiert wird statt Importe aus Drittstaaten zu tätigen. Gleichzeitig stellen hohe Budgetdefizite in Ländern wie Ungarn, Polen und Rumänien potenzielle Wachstumshemmnisse dar. Eine wichtige Unsicherheitsquelle bleiben handelspolitische Entscheidungen in den USA, deren Auswirkungen indirekt über die enge Verknüpfung der Region mit der westeuropäischen Industrie spürbar sein können.

„Die direkten Handelsströme zwischen den USA und Ostmitteleuropa sind zwar überschaubar, aber eine niedrigere US-Nachfrage nach europäischen Industrieprodukten könnte die Region indirekt nach unten ziehen“, erläutert Richard Grieveson, stellvertretender Direktor des wiiw.

Herausforderungen für die Ukraine und Russland

Für die Ukraine, die durch den Krieg massiv belastet ist, schraubt das wiiw die Wachstumserwartungen für 2026 auf 2,5 Prozent nach unten. Die Zerstörung der Energieinfrastruktur und Arbeitskräftemangel belasten die Erholung. Eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung hängt maßgeblich von glaubwürdigen Sicherheitsgarantien und einer realistischen EU-Beitrittsperspektive ab.

Russland befindet sich in einer Phase der Stagnation. Mit 1,2 Prozent (2026) und 1,5 Prozent (2027) sinkt das Wachstum aufgrund hoher Leitzinsen, niedriger Ölpreise und eingeschränkter Investitionstätigkeit. Eine mögliche Lockerung von Sanktionen könnte mittelfristig positive Effekte bringen.

Beispiel:
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

Abschluss: Wirtschaftliche Aussichten und regionale Bedeutung

Die Prognosen des wiiw unterstreichen die anhaltende wirtschaftliche Dynamik in Osteuropa und bestätigen ein Wachstum, das über dem Durchschnitt der Eurozone liegt. Trotzdem bestehen bedeutende strukturelle Herausforderungen, vor allem in der Industrie und durch hohe Haushaltsdefizite, welche langfristige Wachstumsimpulse erschweren können. Für Bürgerinnen und Bürger in der Region bedeutet dies potenzielle Chancen durch Investitionen und eine stärkere lokale Produktion, gleichzeitig aber auch Unsicherheit durch externe Risiken wie geopolitische Spannungen und Handelspolitik.

Zukünftig wird die weitere Entwicklung von bedeutenden politischen Entscheidungen abhängen, insbesondere im Umgang mit dem Ukraine-Krieg und dem EU-Beitritt einzelner Staaten. Weiterführende Informationen zur wirtschaftlichen Entwicklung und aktuellen Prognosen für Osteuropa finden Sie auf regionalupdate.de. Für weiterführende Fakten empfehlen wir die Berichte des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche wiiw.

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