Frankfurt/Main. Der Industrieverband Agrar e. V. (IVA) bewertet die aktuelle Situation beim Thema pflanzenschutz wirkstoffe verlust kritisch. Seit 2019 ist die Anzahl der verfügbaren Wirkstoffe in der Landwirtschaft deutlich gesunken, was praktische Auswirkungen auf den Pflanzenschutz bei verschiedenen Kulturen hat.
Pflanzenschutz im Wandel
Der Rückgang von Pflanzenschutzmitteln betrifft vor allem chemisch-synthetische Wirkstoffe. Allein seit 2019 sind 84 dieser Substanzen in der EU nicht mehr zugelassen, während keine neuen chemischen Wirkstoffe hinzugekommen sind. Auch im biologischen Bereich gab es einen Nettoverlust von fünf Wirkstoffen, sodass die Gesamtzahl der verfügbaren Pflanzenschutzwirkstoffe um 89 sank.
Differenzierung bei Wirkstoffen wichtig
Der Industrieverband Agrar weist darauf hin, dass eine bloße Zählung von Wirkstoffen irreführend sein kann. Oft werden verschiedene Stämme desselben Mikroorganismus oder Grundstoffe wie Kuhmilch, die überwiegend im Ökolandbau verwendet werden, als neue Wirkstoffe gezählt, ohne dass sich der tatsächliche Nutzungsspielraum erweitert. Entscheidend für Landwirtinnen und Landwirte ist demnach die praktische Wirksamkeit und Vielfalt der Wirkmechanismen.
Konsequenzen für die Landwirtschaft
Die geringere Verfügbarkeit wirksamer Pflanzenschutzmittel führt zu steigenden Produktionsrisiken. Beispielsweise stehen bei Kartoffeln gegen Blattläuse als Überträger von Viruserkrankungen nur noch drei Wirkmechanismen zur Verfügung. Für viele weitere Kulturen fehlen ausreichend wirksame Insektizide, was Fruchtfolgen und die heimische Versorgung mit wichtigen Pflanzenarten belastet.
„Landwirte benötigen dringend ein breiteres, vielfältigeres und innovatives Instrumentarium für den integrierten Pflanzenschutz, um wettbewerbsfähig zu bleiben und Nachhaltigkeit sowie Ernährungssicherheit zu gewährleisten“, sagte IVA-Hauptgeschäftsführer Frank Gemmer.
- Seit 2015 hat Deutschland 32 Prozent seiner chemischen Pflanzenschutzwirkstoffe verloren.
- Der Rückgang bei chemischen Insektiziden im Freiland betrug 44 Prozent.
- Die EU-Kommission sieht diese Entwicklung als Herausforderung für die Zukunft der Landwirtschaft.
Weitere Informationen zur EU-Vision für Landwirtschaft und Ernährung 2025
Bevorstehende Entwicklungen und politische Entscheidungen in der EU werden entscheidend sein für die Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln in der Region.
Auswirkungen des pflanzenschutz wirkstoffe verlusts auf die Region
Die Abnahme verfügbarer Pflanzenschutzwirkstoffe wirkt sich auch regional auf den landwirtschaftlichen Anbau und die Versorgung aus. Für Landwirtinnen und Landwirte in Deutschland bedeutet dies eine zunehmende Herausforderung, Schädlingsbefall effektiv und nachhaltig zu bekämpfen. Die Anpassung von Anbaukonzepten und der Ausbau alternativer Methoden könnten notwendig werden.
Im Hinblick auf die regionale Landwirtschaft sind Gespräche zwischen Politik, Herstellern und Landwirten wichtig, um Lösungen zu entwickeln, die die Ernährungssicherheit sichern und gleichzeitig Umweltbelange berücksichtigen. Bürgerinnen und Bürger können sich auf regionalupdate.de über aktuelle Entwicklungen informieren und erhalten praktische Hinweise zu den Auswirkungen in ihrer Region.
Zukünftige Schritte umfassen die Förderung innovativer Pflanzenschutzmittel und den Ausbau integrierter Pflanzenschutzkonzepte. Termine und Entscheidungspunkte in der Politik bleiben abzuwarten, um die Auswirkungen des Wirkstoffrückgangs zu begrenzen und Anpassungen zu ermöglichen.