TÜV-Verband warnt vor Fahrprüfung light

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Berlin. Die Bundesregierung plant umfassende Änderungen bei der Fahrausbildung Fahrpruefung Reform, die vor allem pauschale Kürzungen im Prüfungsumfang und bei Sonderfahrten vorsehen. Der TÜV-Verband kritisiert diese Maßnahmen als risikoreich für die Verkehrssicherheit und warnt vor einem sinkenden Niveau bei der Fahrerqualifikation.

Fahrausbildung kritisch beleuchtet

Geplante Änderungen in der Fahrausbildung

Die Reformvorhaben der Bundesregierung sehen vor, den Fragenkatalog für die Theorieprüfung um 28 Prozent auf 840 Fragen zu reduzieren. Die praktische Prüfung soll in der Prüfungsdauer um 27 Prozent auf 40 Minuten verkürzt werden. Zudem sollen verpflichtende Sonderfahrten unter anderem auf Überland-, Autobahn- und Dunkelfahrten stark gekürzt werden, von bisher zwölf Pflichtstunden auf nur drei.

Diese Maßnahmen dienen laut Bundesregierung unter anderem der Kostensenkung und Modernisierung der Fahrausbildung. Der TÜV-Verband sieht in den Kürzungen jedoch eine Gefährdung des bisherigen Sicherheitsstandards.

Kritik des TÜV-Verbands

Richard Goebelt, Fachbereichsleiter Fahrzeug & Mobilität beim TÜV-Verband, äußert sich kritisch zu den Plänen:

„Es ist der falsche Weg, die Anforderungen an den Führerscheinerwerb zu senken. Eine ‚Fahrprüfung light‘ darf es nicht geben. Dann machen wir Erfolge bei der Verkehrssicherheit der letzten Jahrzehnte zunichte.“

Goebelt verweist auf die positive Entwicklung der Verkehrssicherheit bei jungen Fahrerinnen und Fahrern in Deutschland. So sank die Zahl der Verkehrsunfälle von 18- bis 20-Jährigen im Jahr 2024 um 45 Prozent im Vergleich zu 2010. Auch die Zahl der im Straßenverkehr Getöteten in der Altersgruppe 18 bis 25 Jahre verringerte sich seit 2005 um 70 Prozent.

Fehlende verpflichtende Lernstandskontrollen

Ein weiterer Kritikpunkt des TÜV-Verbands ist das Fehlen verpflichtender Lernstandskontrollen bei der Fahrausbildung in den Reformplänen. Diese Kontrollen würden helfen, die Prüfungsreife besser zu bewerten und die Durchfallquoten in der Theorieprüfung zu senken.

Goebelt erklärt:

„Weniger Wiederholungsprüfungen sind das wirksamste Instrument, wenn man echte Kostenreduzierungen erreichen möchte. Dagegen hat die Reduzierung des Prüfkatalogs und der Prüfungsdauer kaum einen Effekt, da die Kosten für die Prüfung selbst nur etwa ein Prozent der Gesamtkosten der Fahrausbildung ausmachen.“

Auswirkungen auf Ausbildungsqualität und Kosten

Der TÜV-Verband kritisiert zudem die geplante Streichung der Pflicht für Fahrschulen, einen Ausbildungsplan zu erstellen und zu veröffentlichen. Dies könne das Bewusstsein für eine systematische Ausbildung schwächen und die Transparenz für Fahrschüler reduzieren.

Insgesamt sei mit den Reformen ein sinkendes Niveau der Fahrausbildung zu erwarten, was langfristig zu höheren Nichtbestehensquoten und einer Gefährdung der Verkehrssicherheit führen könne. Deutschland liege mit rund 1.100 Fragen im europäischen Vergleich bereits auf Augenhöhe oder unter dem Niveau anderer Länder wie Frankreich, Österreich oder Schweden.

Weitere Informationen zur Führerscheinstatistik und den Aktivitäten des TÜV-Verbands finden Interessierte unter www.tuev-verband.de.

Ausblick und weitere Schritte

Die Debatte um die Reform der Fahrausbildung und Fahrpruefung Reform bleibt spannend. Der TÜV-Verband fordert Nachbesserungen insbesondere bei der Beibehaltung eines hohen Sicherheitsniveaus und der Einführung verpflichtender Lernstandskontrollen. Weitere Gespräche zwischen Politik, Fachverbänden und Ausbildungsstellen sind zu erwarten, um die bestmögliche Entwicklung der Fahrausbildung zu gewährleisten.

Lesen Sie mehr Artikel zu Verkehr, Mobilität und regionalen Entwicklungen auf regionalupdate.de. Offizielle Informationen zu Führerscheinregelungen und Straßenverkehr finden Sie beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur.

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