Berlin. Ältere pflegebedürftige Menschen sind häufig von finanzieller Ausbeutung betroffen. Der neue Kurzratgeber des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) informiert, wie Angehörige ältere Menschen wirksam vor finanzieller Ausbeutung schützen können.
Finanzen im Blick: Wie man ältere Menschen vor finanzieller Ausbeutung schützt
Risiken und Formen finanzieller Ausbeutung
Finanzielle Ausbeutung bei älteren pflegebedürftigen Personen kann verschiedene Formen annehmen. Täter nutzen häufig die gesundheitliche und soziale Verletzlichkeit der Betroffenen aus, etwa durch Betrug, Online-Betrug oder Trickdiebstahl.
„Diese Taten basieren meist auf Einschüchterung, Täuschung oder Manipulation“, erläutert Daniela Sulmann, Geschäftsleiterin des ZQP.
Typische Methoden sind der Enkeltrick per Telefon, gefälschte Gewinnversprechen per E-Mail oder romantisch erscheinende Nachrichten. Nicht selten geht die Ausbeutung auch von vertrauten Personen aus, die etwa Ausgaben willkürlich kontrollieren oder Vollmachten missbrauchen.
Bedeutung von Vollmachten und Kommunikation
Für pflegende Angehörige ist es wichtig, die finanziellen Angelegenheiten der Pflegebedürftigen eng abzustimmen, dabei deren Willen und Bedürfnisse zu respektieren. Dies umfasst klare Absprachen über Zuständigkeiten und Transparenz.
Menschen mit Demenz sollten möglichst frühzeitige, konkret formulierte Vollmachten erhalten, um den individuellen Willen schriftlich festzuhalten. Sulmann betont die Notwendigkeit, Vor- und Nachteile solcher Vollmachten genau zu besprechen und sich bei Bedarf Beratungsstellen hinzuzuziehen.
- Individuelle Bedürfnisse berücksichtigen
- Klare Zuständigkeiten regeln
- Transparenz sicherstellen
- Frühzeitige Vollmachtserstellung erwägen
Finanzen im Blick – Maßnahmen zur Prävention und Reaktion
Anzeichen erkennen und vorbeugen
Eine wichtige Präventionsmaßnahme ist die Information über typische Betrugsformen sowie das Gespräch mit der pflegebedürftigen Person über Risiken. Anzeichen finanzieller Ausbeutung können untypische Geschenke, ungewöhnliche Kontobewegungen oder plötzliche Änderungen von Testamenten beziehungsweise Vollmachten sein.
Handlungsempfehlungen bei Verdacht
Der Kurzratgeber des ZQP enthält konkrete Hinweise, wie Angehörige bei einem Verdacht oder einer tatsächlichen Ausbeutung vorgehen sollten. Dazu gehört, mögliche Beratungsstellen zu kontaktieren und gegebenenfalls rechtliche Schritte einzuleiten.
„Wichtig ist, Aufgaben genau abzusprechen: Wer hilft wobei und wer hat welche Befugnisse?“, so Daniela Sulmann.
Der Ratgeber ist kostenfrei online verfügbar und unterstützt Betroffene sowie Angehörige bei diesem komplexen Thema.
Weitere Informationen und den Kurzratgeber finden Sie auf der offiziellen ZQP-Webseite.
Beispiel:
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Bedeutung für die Region und Ausblick
In der Region ist es wichtig, dass pflegende Angehörige über die Risiken von finanzieller Ausbeutung informiert sind und wissen, wie sie ihre Angehörigen schützen können. Dadurch können finanzielle Schäden vermieden und die Lebensqualität älterer Menschen verbessert werden. Einrichtungen der Pflegeversorgung und Beratungsstellen vor Ort können hierzu unterstützend beitragen.
Zukünftig werden weitere Informationsangebote und Schulungen erwartet, die das Bewusstsein für finanzielle Ausbeutung stärken. Bürgerinnen und Bürger finden praxisnahe Hilfen und Ansprechpartner auf regionalupdate.de sowie bei offiziellen Pflege- und Verbraucherberatungen.
Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP)
Verbraucherzentrale Bundesverband – Hinweise zu finanzieller Ausbeutung

