Analyse: Anstieg von Pflegepersonal und Kosten bei weniger Patienten

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Berlin. Das seit 2020 eingeführte Pflegebudget Krankenhaus Kosten hat zu einem deutlichen Anstieg der Kosten für Pflegepersonal in deutschen Krankenhäusern geführt. Trotz sinkender Patientenzahlen wächst die Zahl der Pflegekräfte kontinuierlich, wie eine aktuelle Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) zeigt.

Pflegebudget stark gestiegen

Die Kosten für das Pflegebudget Krankenhaus Kosten haben sich seit der Einführung von 19,4 Milliarden Euro im Jahr 2020 auf 26,1 Milliarden Euro im Jahr 2024 erhöht. Dabei hat sich das Tempo der Ausgabenzunahme zuletzt deutlich beschleunigt: In den Jahren 2023 und 2024 stiegen die Kosten um 8,4 beziehungsweise 10,5 Prozent, nachdem der Zuwachs in den Jahren 2021 und 2022 noch bei etwa sechs Prozent lag. Die Ausgaben für Pflegepersonal steigen dabei stärker als alle anderen Krankenhauskosten.

Kostenentwicklung und Auswirkungen auf Beitragssätze

Das Prinzip der Selbstkostendeckung erlaubt Krankenhäusern, sämtliche Personalkosten direkt an die Krankenkassen weiterzugeben. Das führt zu einem erheblichen Anstieg der Beitragssätze der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). So wuchsen die Ausgaben für Pflegepersonal im Jahr 2024 um 2,4 Milliarden Euro, was 0,13 Beitragssatzpunkten entspricht. Für die Folgejahre wird mit weiter steigenden Kosten gerechnet, mit einem Anstieg von acht Prozent im Jahr 2025 und sogar zwölf Prozent im Jahr 2026.

Unterschiede zwischen Kliniktypen

Die Analyse zeigt, dass freigemeinnützige und private Krankenhäuser das Pflegebudget zwischen 2019 und 2024 um 50 Prozent steigerten, während öffentlich-rechtliche Kliniken hier „nur“ 42 Prozent zulegten. Auch innerhalb der einzelnen Häuser bestehen große Unterschiede in der Entwicklung der Pflegepersonalkosten.

Mehr Personal trotz sinkender Patientenzahlen

Neben dem Kostenanstieg ist die Zahl der festangestellten Pflegekräfte in Krankenhäusern zwischen 2019 und 2024 um über 50.000 auf rund 350.600 gewachsen. Während die Fallzahlen in Kliniken seit 2020 rückläufig sind, steigt die Zahl des Pflegepersonals deutlich stärker als in den Jahren zuvor.

Qualitative Unterschiede beim Personalwachstum

Besonders hoch war der Zuwachs bei Pflegehilfskräften, die um 75 Prozent zunahmen. Die Zahl der Fachpflegekräfte wuchs hingegen nur um 10 Prozent. Auch ausgebildete Altenpflegekräfte wurden in Kliniken deutlich mehr eingestellt; ihre Zahl hat sich seit 2019 etwa verdreifacht.

Ungleichgewicht zwischen Sektoren

Wegen des Pflegebudgets wuchs die Zahl der Pflegekräfte im Krankenhaussektor erheblich, während das Personalwachstum in Pflegeheimen und ambulanten Diensten langsamer wurde oder stagniert. Damit verteilt sich das Pflegepersonal immer ungleicher auf die verschiedenen Versorgungsbereiche. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Pflegekräften durch den demografischen Wandel weiter an.

Beispiel:

„Der Anstieg von Pflegebedürftigkeit trifft auf ein sinkendes Arbeitskräfteangebot. Damit wird ein effizienter Einsatz des Pflegepersonals gerade mit Blick über die Sektorengrenzen hinweg künftig noch entscheidender“, erklärte WIdO-Geschäftsführer David Scheller-Kreinsen.

Eingeschränkte Wirkung auf Personaluntergrenzen und Verhandlungen

Trotz des Personalanstiegs hat sich die Einhaltung der gesetzlich festgelegten Pflegepersonaluntergrenzen kaum verbessert. Der Anteil der Schichten, in denen diese Untergrenzen nicht eingehalten wurden, lag 2024 bei 14,3 Prozent – sogar leicht höher als vor Einführung des Pflegebudgets.

Die Verhandlungen über das Pflegebudget zwischen Krankenhäusern und Krankenkassen sind zudem verlangsamt worden. Für das Jahr 2025 lagen Ende Oktober erst für 41 Prozent der Kliniken verbindliche Budgetvereinbarungen vor, für 2023 fehlten sie sogar bei 14 Prozent der Krankenhäuser. Es musste mehrfach nachjustiert werden, um Doppelfinanzierungen zwischen dem Pflegebudget und anderen Abrechnungssystemen zu vermeiden.

Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.

Fazit und Bedeutung für die Region

Die Einführung des Pflegebudget Krankenhaus Kosten hat in deutschen Krankenhäusern zu einem deutlichen Anstieg von Pflegepersonal und Pflegekosten geführt – trotz sinkender Patientenzahlen. Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet dies steigende Ausgaben im Gesundheitswesen und eine potenzielle Belastung der Beitragssätze der gesetzlichen Krankenversicherung.

Für die Region ist relevant, dass die Entwicklung der Pflegefinanzierung weiterhin Einfluss auf die Verfügbarkeit und Qualität der Versorgung hat. Insbesondere die Verzögerungen bei Budgetverhandlungen und die fehlenden Verbesserungen bei der Personaluntergrenze werfen Fragen zur Effizienz und Steuerung auf.

Das WIdO empfiehlt eine Weiterentwicklung der Pflegefinanzierung mit Abschaffung der Selbstkostendeckung, um einerseits notwendige Strukturveränderungen zu ermöglichen und andererseits den Fachkräftemangel besser zu adressieren.

Weitere Details und die vollständige Analyse sind im WIdO-e-Paper verfügbar, das unter wido.de kostenlos heruntergeladen werden kann.

Für weiterführende Informationen zur Krankenhausfinanzierung verweist regionalupdate.de auf die offizielle Website des Bundesministeriums für Gesundheit und andere Fachpublikationen.

Mehr regionale Gesundheits- und Sozialnachrichten finden Sie unter regionalupdate.de.

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