Erwerbsmigration seit 2020 mehr als verdoppelt

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Nürnberg. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit Erwerbsmigration hat sich seit 2020 mehr als verdoppelt. Im Juni 2025 waren 420.000 Menschen mit einer Aufenthalts- oder Niederlassungserlaubnis aufgrund ihrer Erwerbstätigkeit gemeldet, davon mehr als die Hälfte mit der Blauen Karte der EU.

Starker Zuwachs Erwerbsmigration

Verdopplung seit 2020

Die Erwerbsmigration sozialversicherungspflichtig beschäftigter Personen hat sich seit Inkrafttreten des Fachkräftezuwanderungsgesetzes am 1. März 2020 deutlich erhöht. Während 2020 nur etwas mehr als 200.000 Menschen mit einer solchen Erlaubnis in Deutschland arbeiteten, stieg die Zahl bis Juni 2025 auf 420.000. Einen wesentlichen Anteil daran hat die Blaue Karte der EU, mit der inzwischen 164.000 Beschäftigte aus Nicht-EU-Ländern in Deutschland tätig sind. Die Zahl der Inhaber dieser Karte hat sich gegenüber 2020 mehr als verdoppelt.

Beratungsbedarf nimmt zu

Parallel zur steigenden Erwerbsmigration ist auch die Nachfrage nach Beratungen durch die Bundesagentur für Arbeit (BA) deutlich gestiegen. Bis Ende 2025 wurden 360.000 digitale Beratungen mit ausländischen Interessenten durchgeführt. Die BA bietet darüber hinaus spezialisierte Informationen zur Berufsanerkennung vor der Einreise an. Im Jahr 2025 fanden 23.600 Beratungen zu diesem Thema statt, was den Informationsbedarf ausländischer Fachkräfte unterstreicht.

Bedeutung der Westbalkanregelung

Ein erheblicher Teil der Erwerbsmigrantinnen und Erwerbsmigranten stammt aus Westbalkanländern. Rund 25 Prozent der Beschäftigten mit einer Erwerbsaufenthaltsgenehmigung kommen aus Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien oder Serbien. Für diese Länder gilt seit 2016 die Westbalkanregelung, die den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt erleichtert. Die jährliche Kontingentobergrenze wurde Mitte 2024 auf 50.000 Arbeitsmarktzulassungen angehoben. Dennoch übersteigt die Nachfrage das Angebot deutlich: Im Dezember 2025 mussten etwa 18.000 Anfragen abgelehnt werden.

„Die steigende Zahl digitaler Beratungen zeigt das große Interesse ausländischer Fachkräfte an der Arbeit in Deutschland“, erklärte die Bundesagentur für Arbeit.

Mehr Informationen zur Erwerbsmigration und Förderangeboten bietet die Bundesagentur für Arbeit auf ihrer offiziellen Webseite. Interessierte können sich außerdem auf regionalupdate.de über regionale Entwicklungen informieren.

Entwicklung und Ausblick Erwerbsmigration

Die erkennbaren Trends deuten auf eine kontinuierliche Zunahme der erwerbsmigrationsbedingten sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung hin. Geplante Anpassungen der Regelungen oder weitere Senkungen der Mindesteinkommen für die Blaue Karte könnten die Zuwanderung insbesondere von Fachkräften aus Nicht-EU-Staaten weiterhin fördern. Die Bundesagentur für Arbeit plant, die Beratungskapazitäten weiter auszubauen, um den Informationsbedarf besser abzudecken und die Integration von Erwerbsmigrantinnen und Erwerbsmigranten zu unterstützen. Termine oder konkrete Gesetzesänderungen wurden bislang nicht bekanntgegeben.

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