München. Die Energiekosten bleiben in Bayern ein bedeutender Standortnachteil für Unternehmen, auch wenn der Energiepreisindex im Jahr 2025 um 7,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken ist. Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass die Energiekosten trotz leichter Entspannung weiterhin auf hohem Niveau liegen und Unternehmen belasten.
Energiekosten sinken leicht
Der Energiepreisindex der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. lag im Jahresdurchschnitt 2025 bei 113,6 Punkten. Damit sank der Index, der als Maßstab für die Entwicklung der Energiepreise dient, um 7,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Trotz des Rückgangs ist der Index noch immer um 35 Prozent höher als im Vor-Corona-Jahr 2019. vbw Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt betont:
„Der Rückgang zeigt eine Entwicklung in die richtige Richtung, muss aber deutlich mehr Fahrt aufnehmen. Die Energiepreise sind weiterhin zu hoch. Verglichen mit dem Vor-Corona-Jahr 2019 liegt der Index noch immer um 35 Prozent höher. Für unsere Unternehmen sind die hohen Energiekosten ein fataler Standortnachteil. Dem gilt es dringend entgegenzuwirken.“
Entwicklung nach Energiearten
Der Teilindex für Primärenergie sank 2025 um 12,3 Prozent auf 105,7 Punkte. Hierbei gingen die Preise für Steinkohle um 19,5 Prozent zurück, die Einfuhr- und Erzeugerpreise für Erdöl verminderte sich um 18 beziehungsweise 16,2 Prozent. Die Kosten für Erdgas blieben stabil, während Braunkohle um drei Prozent teurer wurde. Trotz der Preisrückgänge liegt der Primärenergieindex immer noch 27 Prozent über dem Stand von 2019.
Der Preisindex für Sekundärenergie verringerte sich im Jahresdurchschnitt um 2,6 Prozent auf 121,6 Punkte. Besonders Flüssiggas wurde um 7,7 Prozent günstiger, gefolgt von leichtem Heizöl (-5,6 Prozent), Diesel (-2,6 Prozent) und Fernwärme (-1,1 Prozent). Dennoch bleibt der Index für Sekundärenergie im Vergleich zu 2019 um 39 Prozent erhöht.
Forderungen der vbw
Angesichts der hohen Energiekosten fordert die vbw Maßnahmen zur Entlastung der Unternehmen und zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Bayern. Brossardt hebt hervor:
„Auch die Einführung eines konkurrenzfähigen Industriestrompreises ist ein wichtiger Schritt, muss aber wirksam und praxistauglich ausgestaltet sein, um tatsächlich zu entlasten. Dies ist essenziell, um als Wirtschaftsstandort attraktiv zu sein, der voranschreitenden De-Industrialisierung erfolgreich entgegenzutreten und unsere Unternehmen langfristig im Land zu halten.“
Die aktuelle geopolitische Lage und zunehmende außenwirtschaftliche Spannungen unterstreichen die Dringlichkeit, die Energiekosten weiter zu senken.
Weitere Informationen zum vbw Energiepreisindex sind unter vbw Bayern verfügbar.
Zum Thema Energiepreise und Standortentwicklung lesen Sie auch unseren Artikel auf regionalupdate.de.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Bedeutung für die Region München und Ausblick
Die Energiekosten stellen für Unternehmen in München und der gesamten Region weiterhin eine signifikante Herausforderung dar. Trotz des leichten Preisrückgangs bleibt die Wettbewerbsfähigkeit durch hohe Energiepreise eingeschränkt. Für Beschäftigte und Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet dies, dass energieintensive Produktionen erschwert und gegebenenfalls Arbeitsplätze gefährdet sein könnten.
Die vbw setzt sich dafür ein, durch politische Maßnahmen und angepasste Preismodelle die Energiekosten zu senken. Praktisch könnten dadurch Entlastungen bei den Strom- und Heizkosten für Unternehmen erreicht werden, was langfristig auch Auswirkungen auf Investitionen sowie Beschäftigung haben kann. Gespräche über einen Industriestrompreis und weitere Förderprogramme werden in den kommenden Monaten erwartet. Regionale Akteure und Unternehmen verfolgen die Entwicklung aufmerksam, um die Chancen einer verbesserten Energiepreissituation zu nutzen.
