Wien. Die ukraine wirtschaft eu steht im Fokus einer aktuellen Studie des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw). Die Untersuchung zeigt, wie sich die Handelsbeziehungen der Ukraine nach dem russischen Überfall stark zugunsten der EU verschoben haben und welche Chancen sich daraus für Europa ergeben.
Chancen der Ukraine
Die wirtschaftliche Neuausrichtung der Ukraine hin zur Europäischen Union ist ein markanter Effekt des Kriegsbeginns vor vier Jahren. Der Anteil der EU an den ukrainischen Exporten stieg von 36 Prozent im Jahr 2021 auf 57 Prozent im Jahr 2024. Dies ist nicht zuletzt auf die von der EU eingeräumten Zollerleichterungen und Handelserleichterungen zurückzuführen, die der ukrainischen Wirtschaft zugutekamen.
Handel und Investitionen
Demgegenüber nahm die Bedeutung Chinas als Absatzmarkt für ukrainische Produkte ab. Gleichwohl besteht bei der Produktion von Drohnen für die Verteidigungsindustrie eine große Abhängigkeit von chinesischen Zulieferteilen. Diese Abhängigkeit birgt Risiken, sollte China die Lieferungen einschränken. Die Studie empfiehlt daher eine intensivere Zusammenarbeit zwischen EU und Ukraine, um vor allem im Bereich der Drohnenproduktion unabhängiger von chinesischen Lieferungen zu werden.
„Sollte China – der momentan wohl engste Verbündete Russlands – eines Tages zum Schluss kommen, dass es seinen Interessen besser dient, den Nachschub an Komponenten für die ukrainische Drohnen- und Rüstungsproduktion einzuschränken, könnte die Ukraine in ernsthafte militärische Schwierigkeiten geraten“, sagte Olga Pindyuk, Ukraine-Expertin des wiiw.
Rohstoffe und Industrie
Die Ukraine verfügt über erhebliche Vorkommen kritischer Rohstoffe wie Seltene Erden, Lithium und Titan. Diese sind für Digitalisierung, grüne Technologien und Rüstungsindustrie unerlässlich. Europa könnte durch die Kooperation mit der Ukraine unabhängiger von Importen aus China und anderen Ländern werden. Die strukturellen Veränderungen in der ukrainischen Wirtschaft zeigen daneben eine robuste Landwirtschaft trotz Kriegsschäden, Rückgänge in Schwerindustrie und Bergbau sowie ein deutliches Wachstum des öffentlichen Sektors, insbesondere im Verteidigungsbereich.
Beispiel: Die starken Investitionen im öffentlichen Sektor spiegeln die militärischen Anforderungen des anhaltenden Konflikts wider.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Regionale Bedeutung und zukünftige Entwicklung
Die verstärkte wirtschaftliche Einbindung der Ukraine in die EU hat vielfältige regionale Auswirkungen. Für die Bürgerinnen und Bürger bedeutet dies einerseits Chancen durch wirtschaftliche Stabilisierung und Ausbau von Handelsbeziehungen. Andererseits stellt der Strukturwandel neue Anforderungen an Infrastruktur und Investitionen.
Die EU wird laut der Studie dazu aufgerufen, ihre Kooperation mit der Ukraine weiter zu vertiefen, insbesondere bei Rüstungsgütern und kritischen Rohstoffen. Langfristige Vertragsabschlüsse und die Integration ukrainischer Hersteller in europäische Lieferketten könnten die strategische Unabhängigkeit stärken.
Die vollständige Studie des Wiener Instituts steht online zur Verfügung und liefert detaillierte Analysen zu Handels- und Investitionsströmen. Weiterführende Informationen zur wirtschaftlichen Entwicklung in Europa bietet auch die offizielle Website der Europäischen Kommission.
Mehr zum Thema Wirtschaft und Handel finden Sie auf regionalupdate.de. Weitere Details zur Ukraine und EU-Beziehungen gibt es außerdem auf der Seite der Europäischen Kommission.

