Wiesbaden. Die Anzahl der ausländischen Ärzte in Deutschland ist deutlich gestiegen. Im Jahr 2024 hatten rund 13 Prozent der Ärztinnen und Ärzte keine deutsche Staatsangehörigkeit, was den wachsenden Einfluss der ausländischen Ärzte Deutschland unterstreicht.
Zuwanderung in Medizin: Wachsende Bedeutung der ausländischen Ärzte Deutschland
Die Human- und Zahnmedizin in Deutschland verzeichnet seit Jahren einen Zuwachs an Fachkräften mit ausländischem Hintergrund. Im Jahr 2024 arbeiteten insgesamt 121 000 aus dem Ausland zugewanderte Ärztinnen und Ärzte, was einem Anteil von 24 Prozent aller Mediziner entspricht. Davon waren 42 Prozent weniger als zehn Jahre im Land. Der Anteil der nicht-deutschen Staatsangehörigen unter den Ärztinnen und Ärzten lag bei 13 Prozent. Im Vergleich dazu betrug der Anteil in der Gesamtbevölkerung 15 Prozent, was die besondere Rolle der Zuwanderung in der Medizinphase verdeutlicht.
Anerkennung ausländischer Abschlüsse als Grundlage
Die Feststellung der Gleichwertigkeit ausländischer Berufsabschlüsse ist eine wichtige Voraussetzung für die Berufsausübung. Im Jahr 2024 wurden rund 7 600 ausländische Abschlüsse in Human- und Zahnmedizin vollständig anerkannt. Ärztinnen und Ärzte stellten dabei die zweitgrößte Berufsgruppe nach den Pflegekräften in der Anerkennungsstatistik. Ein großer Teil der Anerkennungen entfiel auf Deutsche mit Auslandsabschlüssen, gefolgt von Schülerinnen und Ärzten aus Syrien.
„Der Beruf der Ärztin und des Arztes war 2024 der am zweithäufigsten anerkannte ausländische Berufsabschluss“, teilte das Statistische Bundesamt mit.
Deutsche Medizinstudierende im Ausland
Um die Zulassungsbeschränkungen in Deutschland zu umgehen, studieren viele deutsche Studienanfänger Medizin im Ausland. Im Jahr 2023 waren etwa 2 600 Studierende in Österreich und 1 900 in Ungarn eingeschrieben. Auch in der Zahnmedizin sind Österreich und Ungarn die beliebtesten Studienorte für deutsche Studierende.
- 30 Prozent mehr Studienanfänger in Humanmedizin in Deutschland über zehn Jahre
- Konstanter Stand bei Zahnmedizin-Studierenden mit rund 2 000 pro Jahr
Altersstruktur und Arbeitszeiten
Rund 31 Prozent der Ärztinnen und Ärzte sind 55 Jahre und älter, was auf bevorstehende altersbedingte Ausscheidungen hinweist. Die Arbeitszeiten der Mediziner lagen 2024 durchschnittlich bei 40,3 Stunden pro Woche, etwa sechs Stunden mehr als bei allen Erwerbstätigen. Teilzeitarbeit nimmt zu: 28 Prozent der Ärztinnen und Ärzte arbeiten inzwischen in Teilzeit, verglichen mit 15 Prozent im Jahr 2014.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Auswirkungen auf die regionale Gesundheitsversorgung und Zukunftsperspektiven
Der Anstieg der ausländischen Ärztinnen und Ärzte hat erhebliche Auswirkungen auf die regionale medizinische Versorgung. Gerade in ländlichen und strukturschwachen Gebieten trägt die Zuwanderung dazu bei, Engpässe bei der ärztlichen Versorgung zu mindern. Die Anerkennung ausländischer Abschlüsse erleichtert den Eintritt in den deutschen Arbeitsmarkt und unterstützt die Integration der Fachkräfte.
Zugleich zeigt die jüngste Erhebung, dass die Zahl der Studienanfänger in der Humanmedizin in Deutschland steigt, was langfristig den Bedarf an Ärztinnen und Ärzten decken soll. Dennoch sorgt die Altersstruktur für Herausforderungen, da viele Fachkräfte demnächst in den Ruhestand gehen könnten.
Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet dies, dass der Zugang zu medizinischer Versorgung in Zukunft stärker von der erfolgreichen Integration ausländischer Mediziner abhängen wird. Behörden und Institutionen planen weiterhin, die Anerkennungsverfahren zu optimieren und die Bedingungen für Zuwandernde zu verbessern.
Weitere Informationen zur Bedeutung der Zuwanderung im Gesundheitswesen finden Sie auf regionalupdate.de sowie beim Statistischen Bundesamt.

