München. Die neue energie studie anbieterwechsel zeigt, dass die Wechselbereitschaft unter Stromkunden in Deutschland so hoch ist wie nie zuvor. Ein Drittel der Verbraucher ist offen für einen Anbieterwechsel, bei Kundenbeziehungen unter zwei Jahren liegt die Kündigungsabsicht sogar bei 50 Prozent.
Kunden wechseln vermehrt: Ergebnisse der energie studie anbieterwechsel
Die Simon-Kucher Energie-Studie für Deutschland dokumentiert eine deutliche Veränderung im Verhalten der Stromkundschaft. Nur noch knapp über ein Drittel (40 Prozent) der Verbraucher setzt auf Stadtwerke und regionale Energieversorger. Gleichzeitig bleiben Kunden bei sogenannten EnergieTech-Anbietern länger treu, mit einer Wechselrate von 27 Prozent deutlich niedriger als bei etablierten Versorgern, bei denen sie bis zu 46 Prozent erreicht.
Hohe Wechselbereitschaft bei Neukunden
Besonders bei Kundenbeziehungen, die weniger als zwei Jahre bestehen, steigt die Wechselabsicht stark an. Hier plant die Hälfte der Kunden, den Anbieter zu wechseln. Der Anteil langfristiger Kunden, also mit über zweijähriger Bindung, sinkt im Vergleich zum Vorjahr von 54 auf 47 Prozent.
Einfluss von Preisen auf Kundentreue
Preissteigerungen wirken sich stark auf die Kundenbindung aus. 75 Prozent der Befragten reagieren bereits auf Preiserhöhungen zwischen fünf und 15 Prozent, indem sie einen Wechsel in Erwägung ziehen. Die Studie zeigt, dass die Energie-Loyalität in Deutschland deutlich erodiert und der Preis mittlerweile ein zentrales Entscheidungskriterium darstellt.
Kundengewinnung über Drittanbieter
Interessant ist der Trend bei der Neukundengewinnung: Rund 70 Prozent der Neuverträge im Strombereich werden über externe Kanäle, etwa Vergleichsportale, abgeschlossen. Diese Plattformen helfen zwar beim schnellen Kundengewinn, sind aber weniger nachhaltig. Nach der Erstlaufzeit planen hier über 60 Prozent der Kunden einen Wechsel.
„Die Wechselbereitschaft erreicht ein neues Niveau. Die Kundenbindung in der Energiebranche erodiert sichtbar“, sagte Thomas Haller, globaler Leiter der Chemicals, Energy und Base Materials Practice bei Simon-Kucher.
- 33 Prozent der Kunden sind offen für einen Anbieterwechsel.
- Wechselabsicht bei kurzzeitigen Kunden (unter zwei Jahren) beträgt 50 Prozent.
- Nur noch 40 Prozent setzen auf Stadtwerke und regionale Versorger.
- EnergieTech-Anbieter verlieren weniger Kunden als klassische Versorger.
- 75 Prozent reagieren auf moderate Preiserhöhungen mit Wechselgedanken.
Weitere Informationen zur Studie sowie Interviews mit Experten sind auf Anfrage erhältlich. Die Veröffentlichung der vollständigen Studie erfolgt in Kürze.
Mehr zur Energiebranche und aktuellen Themen finden Sie auf regionalupdate.de. Informationen zur Preisentwicklung bei Energieversorgern gibt das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz.
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Zukunftsperspektiven: Vertrauen wieder gewinnen und Kunden halten
Die Ergebnisse der Studie haben auch in der regionalen Energieversorgung Relevanz. Für Verbraucher bedeutet die hohe Wechselbereitschaft, dass Preisänderungen und Servicequalität zunehmend entscheidend für die Wahl des Anbieters sind. Stadtwerke und regionale Versorger stehen vor der Herausforderung, ihre Kundenbindung zu stärken und neue Strategien zu entwickeln, um Abwanderungen zu verhindern.
Praktisch heißt das für Bürgerinnen und Bürger, dass ein regelmäßiger Vergleich der Tarife sinnvoll sein kann, um Kosten zu sparen. Gleichzeitig ist zu erwarten, dass Anbieter verstärkt auf innovative Angebote und Kundendienst setzen, um die Loyalität zu erhöhen.
Auf regionaler Ebene arbeiten viele Stadtwerke bereits an Maßnahmen wie verbesserten digitalen Services und nachhaltigen Energieangeboten. Die nächsten Monate werden zeigen, wie sich die Marktanteile entwickeln und ob die anfängliche Zufriedenheit der Neukunden auch langfristig geschützt werden kann.
Interessierte können sich zeitnah über weitere Studien und regionale Entwicklungen informieren und sind eingeladen, Angebote kritisch zu prüfen.
