M+E Betriebe Azubis 2026: Ausbildungsumfrage zeigt großen Handlungsbedarf
Norddeutschland. Die Ausbildungsumfrage 2026 von NORDMETALL und AGV NORD offenbart eine angespannte Lage bei der Gewinnung von Auszubildenden in der Metall- und Elektroindustrie. 82 Prozent der M+E Betriebe beklagen zu geringe Bewerbungen, was den Druck auf den Arbeitsmarkt deutlich erhöht.
Azubimangel in Norddeutschland
Bewerbermangel und Ausbildungsabbrüche
Die aktuellen Zahlen aus Norddeutschland zeigen, wie stark die Metall- und Elektroindustrie vom Fachkräftemangel betroffen ist. 82 Prozent der Betriebe verzeichnen zu wenige Bewerbungen – fast doppelt so viele wie 2016. Zudem liegt die Zahl der Jugendlichen, die ihren Ausbildungsplatz nicht antreten, mit 18 Prozent deutlich über dem Niveau von 2023.
„Die Zahlen sind ein dringender Weckruf für alle Beteiligten, das Thema Ausbildungsmarketing und -bindung verstärkt anzugehen“, sagte Thomas Küll von NORDMETALL und AGV NORD.
Positiv ist, dass die Quote der ungeeigneten Bewerbungen mit 54 Prozent rückläufig ist und die Abbruchquote auf sieben Prozent gefallen ist, was auf eine bessere Auswahl und Betreuung der Auszubildenden hinweist.
Beliebte Ausbildungsberufe und Übernahmechancen
Beliebt sind bei den norddeutschen Unternehmen vor allem die Ausbildungsberufe Mechatroniker, Industriemechaniker und Konstruktionsmechaniker. Industriekaufleute weisen einen höheren Frauenanteil auf. Die Übernahme nach der Ausbildung ist mit 74 Prozent so hoch wie nie seit 2016. Nur neun Prozent der Auszubildenden werden nicht übernommen, meist wegen fehlender Passung.
Die Unternehmen setzen vielfältige Kanäle zur Bewerberansprache ein, darunter eigene Websites, Schulkooperationen und Social Media. Die Beteiligung an bundesweiten Initiativen wie dem Girls‘ Day liegt bei 59 Prozent. Kooperationsausbau mit Schulen und Hochschulen ist für viele Betriebe geplant.
Weitere Informationen zum Ausbildungsmarkt und Förderprogrammen finden Sie auf der Website von NORDMETALL sowie beim Bundesinstitut für Berufsbildung.
Ausblick: So reagieren die M+E Betriebe 2026
Um dem Azubimangel entgegenzuwirken, wollen die Unternehmen verstärkt an der Berufsorientierung und an der Ansprache potenzieller Auszubildender arbeiten. Zwei Drittel planen intensivere Kooperationen mit allgemeinbildenden Schulen, knapp die Hälfte mit beruflichen Schulen. Zudem setzen sie verstärkt auf duale Studiengänge, um auch hier qualifizierten Nachwuchs zu gewinnen.
Thomas Küll betont:
„Wir werden unsere Aktivitäten fortsetzen, um Unternehmen bei der Nutzung des vorhandenen Potenzials bestmöglich zu unterstützen.“
Die Ausbildungsumfrage verdeutlicht das Spannungsfeld zwischen steigendem Fachkräftebedarf und rückläufigen Bewerberzahlen. Daher bleiben gezielte Maßnahmen zur Nachwuchsförderung und Ausbildungssicherung für die norddeutsche M+E-Industrie zentrale Herausforderungen der kommenden Jahre.
Mehr lokale und überregionale Entwicklungen zur Ausbildung können Sie weiterhin auf regionalupdate.de verfolgen.

