Berlin. Die FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat eine EU-Beteiligung an der militärischen Sicherung der Straße von Hormus ausgeschlossen. Im Kontext der aktuellen Diskussionen betonte sie die begrenzten EU Kapazitäten Iran betreffend und widersprach Vorschlägen zur Ausweitung bestehender EU-Missionen im Seegebiet.
EU Kapazitäten prüfen
Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im EU-Parlament, wies Forderungen zurück, die EU-Operation ASPIDES, die derzeit im Roten Meer Handelsschiffe schützen soll, auf das Gebiet der Straße von Hormus auszudehnen. Sie betonte, dass die EU nicht über die militärischen Ressourcen verfüge, die zur Übernahme einer solchen Aufgabe nötig seien.
Unterschiedliche Einsatzgebiete
Strack-Zimmermann erläuterte, dass ASPIDES mit lediglich zweieinhalb Schiffen aus Italien, Griechenland und zeitweilig Frankreich agiere. Für die Straße von Hormus wären deutlich mehr Schiffe und auch Luftwaffenressourcen erforderlich, die aktuell nicht verfügbar seien. Dies begrenze die europäischen Fähigkeiten in der Region erheblich.
Dialog mit den USA als Alternative
Weiterhin betonte Strack-Zimmermann, man müsse mit den USA darüber sprechen, dass eine militärische Beteiligung der EU am Iran-Konflikt objektiv nicht möglich sei. Der Wunsch des amerikanischen Präsidenten, Europa in der Region einzubinden, sei zwar verständlich, aber derzeit unrealistisch.
Umgang mit anderen EU-Themen
Im Hinblick auf den EU-Gipfel in Brüssel kritisierte Strack-Zimmermann die Haltung der ungarischen Regierung unter Viktor Orbán. Sie forderte schärfere Maßnahmen, um die Blockade von Hilfen für die Ukraine zu beenden. Als Konsequenz schlug sie unter anderem den möglichen Entzug des Stimmrechts und die Einstellung von EU-Geldern vor.
„Orbán nutzt ja auch europäisches Geld, das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, um einen unglaublich widerwärtigen Wahlkampf zu führen“, sagte die Politikern.
Die EU müsse zudem ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern, um sich sowohl gegenüber den USA als auch Russland stärker zu positionieren.
Beispiel:
- ASPIDES umfasst rund zweieinhalb Schiffe
- EU-Missionen verfügen derzeit nicht über ausreichende Luftwaffenkapazitäten
- Forderungen nach mehr Druck auf ungarische Regierung wegen Blockade gegen Ukraine-Hilfen
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
EU-Sicherheitspolitik im regionalen Kontext
Für die Bürgerinnen und Bürger bedeutet die Einschätzung von Strack-Zimmermann eine klare realistische Einschätzung der militärischen Möglichkeiten der EU im Nahen Osten. Die EU konzentriert sich weiterhin auf begrenzte Marineeinsätze und politische Maßnahmen statt auf eine direkte militärische Präsenz in der Straße von Hormus. Eine stärkere Kooperation mit den USA bleibt wichtig.
Für die Zukunft sind weitere Gespräche auf diplomatischer Ebene geplant, um Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu klären. Innenpolitisch steht zudem die Diskussion um die Sicherung der Einheit und Handlungsfähigkeit der EU im Fokus, insbesondere im Rahmen von Hilfen für die Ukraine.
Mehr Informationen zu EU-Außenpolitik und Sicherheitspolitik finden Sie auf regionalupdate.de sowie auf der offiziellen Seite des Europäischen Parlaments.

