Hamburg. Eine aktuelle Studie analysiert die Abhängigkeit von Unternehmen wasserbezogener Standorte in Deutschland. Die Erkenntnisse verdeutlichen, dass viele börsennotierte Firmen ihre Unternehmen Wasser Abhängigkeit unterschätzen, obwohl sie wirtschaftlich stark von Flusssystemen profitieren.
Wasserrisiken erkennen
Die Untersuchung umfasst 160 Unternehmen aus DAX, MDAX und SDAX mit insgesamt 15.000 Standorten entlang deutscher Flüsse. Dabei zeigt sich, dass rund 60 Prozent der Firmen in einem mittleren bis hohen Maß auf das Element Wasser angewiesen sind, etwa für Kühlung, Produktionsprozesse oder Transporte. Trotz dieser Relevanz wird das Thema Wasserrisiken von einem Drittel der stark betroffenen Unternehmen als unwesentlich betrachtet.
Ausgangslage und Herausforderungen
Viele Unternehmen berichten zwar detailliert über ihre Umweltauswirkungen, vernachlässigen aber die Risiken, die drohende Veränderungen im Wasserhaushalt für Umsatz, Logistik und Standortstabilität bedeuten. Vor allem Branchen wie Chemie, Metallverarbeitung und Konsumgüterproduktion sind hier besonders gefährdet. Die räumliche Verteilung der Standorte entlang großer Flusskorridore wie Rhein, Elbe und Donau bestätigt, dass dieses Problembewusstsein flächendeckend unzureichend ist.
Experteneinschätzungen und Empfehlungen
Daniel Rieger vom NABU betont die Kluft zwischen potenzieller Betroffenheit und Risikomanagement. Er warnt vor den Konsequenzen fortschreitender hydrologischer Veränderungen und hebt die Bedeutung von Investitionen in naturnahe Maßnahmen hervor:
„Wenn Unternehmen die fortschreitenden Veränderungen im Landschaftswasserhaushalt ignorieren, drohen große Risiken für Standorte, Lieferketten und die langfristige Geschäftsfähigkeit. Investitionen in gesunde Flüsse und Schwammlandschaften hingegen können dazu beitragen, Wirtschaftsstandorte dauerhaft zu sichern.“
Carmen Auer von BDO unterstreicht die Notwendigkeit, Flussabhängigkeiten nicht als Randthema, sondern als strategischen Standortfaktor zu betrachten. Unternehmen sollten sich vom reinen Wassernutzer zum strategischen Partner entwickeln und naturbasierte Lösungen für mehr Resilienz einsetzen.
Beispielsweise werden als wirksame Maßnahmen empfohlen:
- Renaturierung von Auen
- Schaffung von Retentionsräumen zur Wasserspeicherung
- Integration hydrologischer Risiken in strategische Planung
Welche Bedeutung das für die Region hat, zeigt der folgende Abschnitt.
Bedeutung für den Wirtschaftsstandort und regionale Akteure
Die Studie veranschaulicht, dass die Unternehmen Wasser Abhängigkeit ein kritischer Faktor für die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit in Deutschland ist. Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet dies, dass gesunde Flusssysteme nicht nur ökologische, sondern auch ökonomische Relevanz besitzen. Regional initiierten Projekten zur Gewässerrenaturierung kommt somit künftig eine noch größere Bedeutung zu.
Unternehmen sind angehalten, ihre Nachhaltigkeitsberichte zu überarbeiten und Wasserrisiken stärker zu berücksichtigen. Langfristig könnten sich daraus neue Investitions- und Kooperationsmöglichkeiten ergeben. Für Interessierte bietet die vollständige Studie von BDO und NABU weiterführende Einblicke und Handlungsempfehlungen.
Weitere Informationen zum Thema Wasser und Umwelt in der Region finden Sie auch auf regionalupdate.de sowie auf der Webseite des NABU unter NABU Wasserprojekte.
Unternehmen in Flussgebieten – Studie von BDO

