Schwimmbecken mit roten und weißen Bahnmarkierungen auf der Wasseroberfläche.

Glanzvoller Auftritt in Paris: Klara Bleyer schwimmt mit Gold und Silber Richtung EM-Sommer

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Die Vitrine im Hause Bleyer wird langsam zu klein. Klara Bleyer, das Aushängeschild der Freien Schwimmer Bochum, hat beim Weltcup in Paris erneut unterstrichen, dass sie derzeit zur absoluten Weltspitze im Synchronschwimmen gehört. Mit einer Goldmedaille in der Freien Kür und Silber in der Technischen Kür im Gepäck kehrte die 21-Jährige aus der französischen Metropole zurück. Dieser Erfolg ist mehr als nur eine Momentaufnahme: Er ist ein lautstarkes Ausrufezeichen hinter ihre Ambitionen für die bevorstehenden Europameisterschaften, die ebenfalls im Sommer 2026 in Paris ausgetragen werden.

Dominanz in der Freien Kür: Mit höchster Schwierigkeit zum Sieg

Der absolute Höhepunkt des Wochenendes ereignete sich am Sonntag. Klara Bleyer präsentierte in der Freien Kür ein Programm, das die Konkurrenz buchstäblich alt aussehen ließ. Mit der schwierigsten Kür des gesamten Teilnehmerfeldes setzte sie alles auf eine Karte – und gewann. Die Kampfrichter belohnten ihren mutigen und technisch brillanten Auftritt mit beeindruckenden 276,8925 Punkten. Damit verwies sie die amtierende Vize-Weltmeisterin Vasilinia Khandoshka (268,5427 Punkte) sowie die Junioren-Europameisterin Valeriia Plekhanova (264,5938 Punkte) auf die Plätze zwei und drei.

Trainerin Stella Mukhamedova zeigte sich nach dem Wettkampf sichtlich gerührt und stolz auf die Leistung ihres Schützlings. Bleyer habe „richtig Gas gegeben“, so das knappe, aber treffende Fazit der Trainerin. Die Bochumerin selbst blickt mit gestärktem Rücken auf das Ergebnis. Besonders der deutliche Punktabstand zur internationalen Konkurrenz gibt ihr die Gewissheit, dass die eingeschlagene Richtung stimmt. Ihr erklärtes Ziel, mit mehr Spaß und Selbstvertrauen zu schwimmen, scheint in Paris voll aufgegangen zu sein. Wer die Darbietung am Sonntag verfolgte, sah eine Athletin, die nicht nur mit technischer Präzision, sondern auch mit einer mitreißenden Ausstrahlung überzeugte.

Bereits am Freitag hatte Bleyer den Grundstein für ihr erfolgreiches Wochenende gelegt. In der Technischen Kür sicherte sie sich mit 252,6484 Punkten den zweiten Rang. Bemerkenswert ist hierbei der enorme Entwicklungsschritt innerhalb kürzester Zeit: Im Vergleich zum Weltcup-Auftakt vor sechs Wochen im kolumbianischen Medellín steigerte sie ihre Punktzahl um satte zwanzig Zähler. Trotz eines kleinen Fehlers beim ersten Element bewies sie Nervenstärke und schwamm die restliche Kür souverän zu Ende. Am Ende fehlten lediglich zwei Punkte zum Sieg gegen Khandoshka – ein Abstand, mit dem Bleyer nach eigener Aussage „sehr gut leben kann“.

Hausaufgaben im Duett: Vorbereitungen auf den nächsten Weltcup in China

Neben den glanzvollen Solo-Erfolgen stand Klara Bleyer auch gemeinsam mit ihrer Vereinskollegin Amélie Blumenthal Haz im Duett-Wettbewerb im Wasser. Hier reichte es in Paris für die Plätze sieben (Freie Kür) und 17 (Technische Kür). Obwohl das Duo bei den Hebefiguren Punktabzüge durch sogenannte „Base Marks“ hinnehmen musste, zog Trainerin Mukhamedova ein positives Fazit. Rein schwimmerisch sei der Auftritt sogar stärker gewesen als beim vorangegangenen Weltcup in Kolumbien.

Die Ursachen für die Abzüge bei den Hebern sind analysiert: Amélie Blumenthal Haz war im Vorfeld der Reise nach Paris gesundheitlich angeschlagen, was sich spürbar auf die Kraftreserven bei den anspruchsvollen Sprüngen und Hebefiguren auswirkte. Doch das deutsche Team blickt bereits nach vorne. Für die kommenden Wochen stehen gezielte Trainingseinheiten auf dem Plan, bei denen die Synchron-Expertinnen prominente Unterstützung erhalten: Coaches aus dem Bereich Wasserspringen in Aachen werden dabei helfen, die Sprünge zu perfektionieren.

Bis zum nächsten großen Kräftemessen beim Weltcup in China soll die Kür des Duetts noch einmal umgebaut werden. Das Ziel ist klar definiert: Der Schwierigkeitsgrad soll weiter erhöht werden, um international noch konkurrenzfähiger zu werden. Die Erfahrungen aus Paris dienen dabei als wertvolle Grundlage.

Fokus auf den EM-Sommer: Paris bleibt das Ziel

Der Weltcup in Paris war für Klara Bleyer und den Deutschen Schwimm-Verband (DSV) weit mehr als eine reine Standortbestimmung. Es war die Generalprobe für den Sommer 2026. Dass Bleyer ausgerechnet an dem Ort so auftrumpft, an dem bald die Europameisterschaften ausgetragen werden, verleiht ihr einen psychologischen Vorteil. Das Selbstvertrauen, das sie durch den Sieg gegen eine WM-Zweite getankt hat, wird eine tragende Säule ihrer Vorbereitung sein.

Für das gesamte deutsche Synchronschwimm-Team markiert dieser Erfolg einen Wendepunkt. Klara Bleyer hat bewiesen, dass Deutschland im Solo-Wettbewerb wieder ein gewichtiges Wort um die Medaillen mitzureden hat. Ihr Weg von den Freien Schwimmern Bochum in die Weltspitze ist ein Paradebeispiel für konsequente Arbeit und die richtige mentale Einstellung. Während sie nun daheim in Bochum Platz in ihrem Medaillenschrank schafft, bleibt der Blick fest auf das nächste Gold gerichtet. Der EM-Sommer kann kommen.

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