Rund 175 Binnenschiffe fahren jedes Jahr vom Emder Hafen über die Ems nach Dörpen, beladen mit Zellulose für die Papierfabrik von UPM Nordland Papier. Wie eng die beiden Häfen verbunden sind, haben sich Vertreter aus Politik und Hafenwirtschaft der Samtgemeinde Dörpen jetzt beim zweiten Hafendialog in Emden angesehen. Eingeladen hatte die Emder Hafenförderungsgesellschaft (EHFG). Den Dialog hatte der emsländische Landtagsabgeordnete Hartmut Moorkamp (CDU) im Februar angestoßen.
Zellulose aus Brasilien für das Papierwerk
Seit mehr als 40 Jahren beliefert die Anker Schiffahrts-Gesellschaft das Papierwerk in Dörpen vom Emder Außenhafen aus. Die Zellulose kommt vor allem aus Brasilien, zum Teil auch aus Finnland, mit Seeschiffen an. Ein Teil wird direkt auf Binnenschiffe umgeladen, der Großteil lagert zunächst bei Anker und wird dann bedarfsgerecht nach Dörpen gebracht, die Fahrt dauert sechs bis acht Stunden. Ein Binnenschiff fasst etwa 1.300 Tonnen und ersetzt damit nach Angaben der EHFG 55 Lkw-Fahrten.

Calciumcarbonat aus Norwegen
Zweite Station war die Omya GmbH in der Eichstraße unter Leitung von Raul Magalhaes. Das Unternehmen mit Hauptsitz in der Schweiz betreibt in Emden ein Tanklager für Calciumcarbonat-Slurries und stellt Mischungen aus Calciumcarbonat und Kaolin her. Auch dieses Material braucht die Papierindustrie. Es kommt per Seeschiff aus Norwegen und wird in Emden auf Binnenschiffe umgeladen.

Kabeltrommeln und bald Windkraftteile
Bei der epas Ems Ports Agency & Stevedoring mit Geschäftsführer Timo Siebahn ging es um die Energiewende. Das Unternehmen schlägt am Nord- und Südkai unter anderem riesige Kabeltrommeln um, mit denen Strom aus Offshore-Windparks in der Nordsee abgeleitet wird. Einige davon werden schon heute in Dörpen zwischengelagert und von dort zu Baustellen in ganz Deutschland gebracht. Ab dem kommenden Jahr sollen weitere Komponenten von Windkraftanlagen hinzukommen, ebenfalls überwiegend per Binnenschiff.
Nächster Dialog 2027 in Dörpen
EHFG-Vorstand Reinhard Hegewald sieht die Zusammenarbeit als gelungenes Beispiel für die Kooperation zwischen Ostfriesland und dem Emsland, die künftig noch enger werden soll. Dörpens Samtgemeindebürgermeister Hermann Wocken hat bereits zum dritten Hafendialog Anfang 2027 ins Emsland eingeladen, dann mit einer Besichtigung des Papierwerks, des größten Arbeitgebers in Dörpen.

