Die Finanzkommission Gesundheit hat einen umfassenden Bericht vorgelegt, der konkrete Ansätze zur Verbesserung der Finanzlage im Gesundheitswesen und der Pflege enthält. Der Bundesverband Ambulante Dienste und Stationäre Einrichtungen (bad) e.V. begrüßt die Vorschläge, die eine dringend benötigte Reform der Pflege unterstützen können.
Alarmierende finanzielle Lage im Gesundheitswesen
Die aktuellen finanziellen Herausforderungen im deutschen Gesundheitswesen sind gravierend. Laut Experten steht sowohl die gesetzliche Kranken- als auch die Pflegeversicherung vor erheblichen Finanzierungslücken, die sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen könnten. Die Untätigkeit der Politik gefährdet die Stabilität zentraler Säulen der sozialen Sicherung.
66 konkrete Maßnahmen für die Pflege
Der Bericht der Finanzkommission Gesundheit bietet mit 66 klaren und umsetzbaren Maßnahmen einen umfassenden Ansatz für Reformen im Gesundheits- und Pflegebereich. Im Gegensatz zu den bisherigen Vorschlägen der Bund-Länder-Arbeitsgruppe Zukunftspakt Pflege, die oft wenig konkret waren, erkennt der bad e.V. die Notwendigkeit ambitionierter Schritte in der Pflege an. Die Bundesgeschäftsführerin Andrea Kapp betont: „Dieser Bericht könnte als Blaupause für dringend erforderliche Reformen in der Pflege dienen.“ Einige Vorschläge, wie zusätzliche Abgaben auf zuckerhaltige Getränke und Tabak, haben zwar keinen sofortigen Bezug zur Pflege, könnten jedoch langfristig die finanzielle Stabilität der gesetzlichen Krankenversicherung und damit auch die pflegerischen Leistungen verbessern.
Dringender Reformbedarf in der Pflege
Der Grundgedanke der Finanzkommission ist klar: Nur mit soliden Finanzen lässt sich ein leistungsfähiges und sozial gerechtes Gesundheitssystem aufbauen. Kapp fordert: „Gesundheitswesen und Pflege müssen parallel und in gleicher Priorität reformiert werden.“ Eine Einschränkung der Tarifrefinanzierung sei dabei nicht zielführend, insbesondere da die Löhne in der Pflege ohnehin nicht flächendeckend refinanziert werden. Die Notlage der Pflege sei bereits jetzt akut – wirtschaftlich, personell und strukturell.
Der Bericht der Finanzkommission zeigt, dass mutige und konkrete Reformen möglich sind. Es ist an der Zeit, diese Impulse auf die Pflege zu übertragen, denn die Pflege kann nicht länger warten.

