Laut einer aktuellen Umfrage von Allianz Trade erwarten 83 % der deutschen Unternehmen, dass ihre Exporte trotz der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten weiterhin wachsen werden. Dies ist ein deutlich höherer Wert im Vergleich zu internationalen Kollegen und zeigt die Widerstandsfähigkeit der deutschen Wirtschaft.
Optimismus trotz Unsicherheiten
Die fünfte Auflage der „Allianz Trade Global Survey 2026“ zeigt, dass deutsche Exporteure in einer herausfordernden Geopolitik überraschend optimistisch bleiben. 83 % der befragten Unternehmen in Deutschland rechnen mit steigenden Exportumsätzen, was über dem weltweiten Durchschnitt von 75 % liegt. Viele deutsche Unternehmen (41 %) erwarten ein moderates Wachstum von 2 bis 5 % in den kommenden zwölf Monaten.
Risiken und Anpassungen
Trotz des positiven Ausblicks sind die Unternehmen jedoch nicht blind für die Risiken. Fast die Hälfte der deutschen Exporteure (49 %) befürchtet auch in den kommenden Jahren negative Auswirkungen, insbesondere in Bezug auf den US-Handelskrieg. Geopolitische Unsicherheiten ranken sich ganz oben auf der Liste der Risiken, nach der 67 % der Unternehmen befragt wurden.
Um auf diese Herausforderungen zu reagieren, haben 80 % der Unternehmen ihre Handels- und Lieferketten seit dem Konflikt im Nahen Osten umstrukturiert. Diese Anpassungen sind eine Reaktion auf die sich verändernden Marktbedingungen und die Notwendigkeit, resilienter zu werden. Die Unternehmen setzen auf Strategien wie „Friendshoring“, also den Ausbau in geopolitisch stabile Regionen, sowie auf Produktinnovationen und stärkere lokale Partnerschaften.
Finanzielle Herausforderungen
Trotz des Optimismus haben die Unternehmen auch finanzielle Sorgen. 47 % erwarten eine sinkende Zahlungsmoral, was auf die gestiegenen Zahlungsausfälle hindeutet. Die Zahlungszyklen haben sich verlängert, und immer mehr Unternehmen müssen bis zu 70 Tage oder länger auf ihre Zahlungen warten. Diese deutlichen Veränderungen erfordern anhaltende Anpassungen im Risikomanagement der Unternehmen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die deutsche Exportwirtschaft trotz widriger Umstände und Unsicherheiten weiterhin auf Wachstum ausgerichtet ist. Die Fähigkeit zur Anpassung und das Streben nach Stabilität zeigen sich in den Reaktionen der Unternehmen auf die dynamischen Herausforderungen des globalen Marktes.

