Der ADAC zieht eine enttäuschende Bilanz nach der Einführung des Österreich-Modells zur Preisregulierung. Trotz neuer Regelungen steigen die Spritpreise an den Tankstellen weiter kräftig an.
ADAC kritisiert Österreich-Modell
Eine Woche nach der Einführung des Österreich-Modells übt der ADAC scharfe Kritik an der Regelung zur Preisanpassung bei Kraftstoffen. Die Maßnahme, die es Mineralölkonzernen nur erlaubt, die Preise einmal täglich um 12 Uhr zu erhöhen, hat die ansässigen Preissteigerungen nicht stoppen können. Laut Daten des ADAC steigen die Preise von Diesel und Super E10 weiter an und erreichen neue Höchststände. Als Beispiel gilt der Dieselpreis, der bereits am ersten Tag des neuen Modells einen mehrjährigen Rekordwert überschritt und seitdem täglich ansteigt.
Steigende Kraftstoffpreise belasten Autofahrer
Aktuellen Statistiken zufolge verteuerte sich Diesel innerhalb einer Woche um mehr als 13 Cent und erreicht einen Durchschnittspreis von 2,447 Euro pro Liter. Für Super E10 zahlen Autofahrer mittlerweile einen Tagesdurchschnitt von 2,188 Euro pro Liter, was einen Anstieg von über 8 Cent bedeutet. Der ADAC sieht in dieser Preisentwicklung einen Beweis dafür, dass die Regelung nicht функциониert. ADAC Technik- und Verkehrspräsident Karsten Schulze fordert daher ein Eingreifen der Kartellbehörden, um gegen die Preistreiberei vorzugehen.
Dringende Maßnahmen gefordert
Schulze kritisiert, dass trotz erweiterter Befugnisse des Bundeskartellamtes keine aktive Handlung zu erkennen sei. „Die Politik hat das Bundeskartellamt mit höheren Befugnissen ausgestattet. Es ist nicht nachzuvollziehen, dass diese nicht genutzt werden“, so Schulze. Er setzt sich zudem für eine Senkung der Energiesteuern ein, um die Kosten für Autofahrer zu entlasten. Eine Reduzierung auf den EU-Mindeststeuersatz könnte Autofahrern eine Ersparnis von etwa 15 Cent pro Liter bringen. In einem zweiten Schritt sollte auch die Stromsteuer gesenkt werden, um die allgemeinen Energiekosten für Haushalte zu verringern.

