Niedersachsen: Gießerei-Industrie fordert Entlastungen

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Vertreter der Gießerei-Industrie in Niedersachsen haben beim Gießereidialog zentrale Forderungen verabschiedet, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Themen wie Energiepreise und Bürokratie stehen dabei im Mittelpunkt der Diskussion.

Forderungen zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit

Beim Niedersächsischen Gießereidialog haben führende Stimmen aus Industrie, Verbänden und Politik ein gemeinsames Positionspapier präsentiert. Die Hauptziele umfassen faire Wettbewerbsbedingungen, den Schutz vor Carbon-Leakage und wettbewerbsfähige Energiekosten. Insbesondere wird gefordert, Gusskomponenten in handelspolitische Schutzinstrumente einzubeziehen und konsequent gegen Dumpingimporte vorzugehen.

Energiekosten und Regulierung im Fokus

Ein zentrales Anliegen ist die Einführung eines langfristig tragfähigen Industriestrompreises sowie dauerhafte Entlastungen von Netzentgelten und Strompreiskompensation. Darüber hinaus wird eine praxisgerechte Regulierung gefordert, um zusätzliche Belastungen bei der Umsetzung europäischer Umweltvorgaben zu vermeiden. Der Vorschlag umfasst auch eine Stärkung der Kreislaufwirtschaft durch bessere Verfügbarkeit von Stahl- und Metallschrott.

Wirtschaftsminister Tonne unterstützt die Gießerei-Industrie

Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne bezeichnete die Gießerei-Industrie als unverzichtbaren Teil der industriellen Basis Niedersachsens, der für Wertschöpfung und Beschäftigung steht. Auch Benedikt Hüppe, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen, betonte die Wichtigkeit dieser Branche für die regionale Industrie und forderte faire Wettbewerbsbedingungen. Der Druck aufgrund hoher Energiekosten und wachsender Bürokratie sei enorm und erfordere dringende Maßnahmen.

Dr. Volker Schmidt von NiedersachsenMetall hob hervor, dass die Gießereien Schlüsselakteure am Beginn der industriellen Wertschöpfungskette seien. Thorsten Gröger von der IG Metall machte deutlich, dass die Sicherung der Gießerei-Industrie nicht nur die Betriebe, sondern auch Arbeitsplätze vieler Beschäftigter schütze. Dr. Martin Theuringer, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Gießerei-Industrie, bekräftigte die Notwendigkeit eines engen Austausches zwischen den Wirtschaftsverbänden und der Landesregierung.

Die Gießerei-Industrie in Niedersachsen, bestehend aus etwa 30 mittelständischen Betrieben mit rund 3.200 Mitarbeitenden, erwirtschaftet jährlich einen Umsatz von etwa einer Milliarde Euro. Sie spielt eine essentielle Rolle, indem sie Schlüsselkomponenten für Maschinenbau und Automobilindustrie liefert und gleichzeitig zur Kreislaufwirtschaft beiträgt. Allerdings sieht sich die Branche erheblichen Herausforderungen durch hohe Energiekosten und internationalen Wettbewerb gegenüber.

Der Niedersächsische Gießereidialog ist Teil einer Reihe von Branchentreffen, die bundesweit im Jahr 2026 stattfinden. Die in Niedersachsen erarbeiteten Ergebnisse sollen in die Gespräche auf Bundesebene einfließen.

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