Im Sudan erblickt etwa alle drei Minuten ein Kind das Licht der Welt, während die Zivilbevölkerung unter Krieg und Gewalt leidet. Die humanitäre Krise fordert immer höhere Opferzahlen, insbesondere unter Müttern und Neugeborenen.
Schockierende Geburtenrate im Krisengebiet
Seit dem Ausbruch des Konflikts im Sudan vor drei Jahren erblickt im Schnitt jede Minute ein Baby das Licht der Welt. Dies ergibt eine Auswertung des sudanesischen Gesundheitsministeriums, die besagt, dass von April 2023 bis heute über 5,6 Millionen Babys geboren wurden. Viele dieser Neugeborenen kommen unter extremen Bedingungen zur Welt, oft in überfüllten Notunterkünften ohne Zugang zu grundlegender medizinischer Versorgung.
Folgen des Krieges für Mütter und Kinder
Die gesundheitlichen Folgen sind katastrophal: Die Müttersterblichkeitsrate stieg seit 2022 um mehr als zwölf Prozent an und zählt nun zu den höchsten weltweit mit 295 Todesfällen pro 100.000 Lebendgeburten. Die Säuglingssterblichkeit ist ebenfalls alarmierend; Schätzungen der Vereinten Nationen zeigen, dass 43 von 1.000 lebendgeborenen Kindern im Sudan vor ihrem ersten Geburtstag sterben. Im Vergleich dazu beträgt diese Zahl in Deutschland lediglich drei.
Internationaler Aufruf zum Handeln
Save the Children fordert daher internationale Maßnahmen zur Beendigung der Gewalt und zum Schutz der Zivilbevölkerung. „Die ausgedehnten Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen sind schwerwiegende Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht“, betont Florian Westphal, Geschäftsführer von Save the Children Deutschland. Angesichts der schweren Belastungen für das Gesundheitssystem – mehr als 80 Prozent der Einrichtungen in den Konfliktgebieten sind nicht funktionsfähig – liegen die Prioritäten auf der Sicherstellung humanitärer Hilfe und dem Schutz von Kindern.
Die anstehende Sudan-Konferenz, die am 15. April in Berlin stattfindet, bietet eine Gelegenheit, diplomatische Bemühungen für einen Waffenstillstand zu intensivieren. Save the Children appelliert an die deutsche Bundesregierung, alle diplomatischen Hebel in Bewegung zu setzen, um die Bedingungen für eine Verbesserung der humanitären Situation zu schaffen. Darüber hinaus sollen die „Atrocity Prevention Coalition“ dafür Sorge tragen, dass Kinderrechte als klare Priorität auf die Agenda gesetzt werden.
Save the Children ist seit 1983 im Sudan aktiv und arbeitet daran, Kindern und ihren Familien medizinische Hilfe zu leisten sowie Bildungs- und Ernährungsprogramme anzubieten.
