Dachdeckerhandwerk fordert Entlastungen von der Koalition

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Die Koalitionsbeschlüsse zur Entlastungsprämie sorgen im Dachdeckerhandwerk für großen Unmut. Der Zentralverband sieht viele Betriebe am Limit und fordert strukturelle Änderungen.

Wirtschaftliche Belastungen im Dachdeckerhandwerk

Der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) äußert scharfe Kritik an den aktuellen Beschlüssen der Koalitionsklausur. Insbesondere die Einführung einer steuer- und abgabenfreien Entlastungsprämie für Beschäftigte trifft auf Widerstand. ZVDH-Hauptgeschäftsführer Ulrich Marx erklärt: „Diese Prämie kommt zur Unzeit. Angesichts explodierender Materialpreise und einer bereits angespannten wirtschaftlichen Lage ist diese Maßnahme für viele Dachdeckerbetriebe schlicht nicht finanzierbar.“

Eine aktuelle Umfrage des ZVDH unter rund 7.000 Innungsbetrieben verdeutlicht die prekäre Situation mehr als deutlich: 98 % der Befragten kämpfen mit stark gestiegenen Materialkosten, die teilweise Aufschläge von bis zu 50 % erreichen, besonders bei Wärmedämmstoffen und Abdichtungsbahnen. Lieferengpässe und Kurzarbeit sind zusätzliche Sorgenfaktoren. „Unsere Baustellen standen viele Wochen still aufgrund des langen Winters.“ betont Marx.

Dringender Bedarf nach strukturellen Entlastungen

Die Kritik des ZVDH wird von der Bundesvereinigung Bauwirtschaft (BVB) und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) unterstützt. Diese fordern ebenfalls eine gerechte Verteilung der Entlastungsmaßnahmen und warnen vor einer einseitigen Belastung der Unternehmen. Marx erklärt: „Die Bundesregierung ignoriert die Realität. Viele Betriebe arbeiten bereits an der Grenze der Wirtschaftlichkeit. Wir benötigen nachhaltige Lösungen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Handwerks zu sichern.“

Zu den vorgeschlagenen Lösungen zählen unter anderem die Ausweitung des Energieangebots und der verstärkte Ausbau erneuerbarer Energien. Marx betont auch die Notwendigkeit tragfähiger Sozialversicherungen, um die Arbeitsplätze im Handwerk abzusichern.

Der Appell an die Koalition

Der ZVDH fordert die Koalition dazu auf, die geplante Entlastungsprämie zu überdenken und stattdessen Investitionen in eine echte Energiewende zu fördern: „Nur so können wir unabhängiger und weniger anfällig für externe Krisen werden.“ Marx erinnert daran, dass die immense Wirtschaftsleistung des Handwerks, bestehend aus über einer Million Betrieben und 5,6 Millionen Beschäftigten, nicht ohne Not weiter belastet werden darf. Maßnahmen wie der Solidaritätszuschlag und eine Einkommensteuerreform sind laut Marx wichtige Schritte, um gezielt Personenunternehmen zu entlasten. Auch die Senkung der Stromsteuer müsse schnellstmöglich umgesetzt werden.

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