Die Tierschutzorganisation Animal Equality hat am 14. April in Brüssel auf den starken Einfluss der Tierhaltungsindustrie auf die EU-Kommission hingewiesen. Bei einer beeindruckenden Projektion auf das Berlaymont-Gebäude forderte die Organisation einen umfassenden Tierschutz und kritisierte die Vernachlässigung von Tierschutzinitiativen durch die EU-Behörden.
Projektion beleuchtet die Kommission
Animal Equality führte in der vergangenen Nacht eine großflächige Projektion auf das Berlaymont-Gebäude der EU-Kommission in Brüssel durch. Damit machte die Tierschutzorganisation auf den direkten Einfluss der Agrarindustrie auf die Entscheidungsträger aufmerksam, die eigentlich für den Schutz von Tieren verantwortlich sind. Insbesondere wurde darauf hingewiesen, dass die EU-Kommissare Olivér Várhelyi und Christophe Hansen wiederholt mit Vertretern der Agrarindustrie zusammenkamen, während der Austausch mit Tierschutzorganisationen kaum stattfand.
Einfluss der Agrarindustrie auf Tierschutzpolitik
Die Projektion, die Botschaften wie „Factory Farm Headquarters“ und „Verbietet Käfige und beendet das Töten männlicher Küken“ beinhaltete, soll die Öffentlichkeit für die aktuellen Missstände sensibilisieren. Seit Jahren verzögert sich eine umfassende Reform der EU-Tierschutzgesetzgebung aufgrund des Einflusses der Agrarindustrie. Vanessa Raith, Direktorin von Animal Equality Deutschland, betont: „Die Kommission stellt Industrieinteressen über ihre eigenen Verpflichtungen und den Willen von Millionen Bürger*innen.“
Animal Equality hatte kürzlich eine Analyse veröffentlicht, die zeigt, dass die Agrarindustrie in der Zeit von Dezember 2024 bis März 2026 insgesamt 708 öffentliche Treffen mit der EU-Kommission beeinflusste. Davon waren lediglich 7 Treffen mit Tierschutzorganisationen, was ein alarmierendes Verhältnis von 7:1 zugunsten der Industrie ergibt.
Forderungen an die EU-Kommission
Die Organisation fordert von der EU-Kommission einen verbindlichen Zeitplan für einen Gesetzesvorschlag zur Beendigung der Käfighaltung sowie zur Einstellung der Kükentötung bis Ende 2026. Das aktuelle Arbeitsprogramm der Kommission enthalte keinerlei verbindliche Vorschläge zur Verbesserung des Tierschutzes, was die Sorgen der Tierschützer weiter anheizt. „Wir machen auf die gebrochenen Versprechen der Kommission aufmerksam und fordern sie zum Handeln auf,“ so Raith weiter.
Animal Equality setzt sich auch durch Aktionen und Proteste in Brüssel für die Belange von Tieren ein und fordert dabei einen balancierten institutionellen Zugang, um die Stimme der Tierschützer gleichwertig zu Gehör zu bringen wie die der Agrarindustrie.
