Osnabrück – Bonita Grupp, Co-Chefin des Textilherstellers Trigema, äußert sich skeptisch zur geplanten Entlastungsprämie der Bundesregierung. Hohe Kosten und die Verantwortung verlagert auf die Unternehmen verstärkten den Druck auf die Wirtschaft.
Kritik an der Verantwortungspolitik der Bundesregierung
Die Co-Chefin von Trigema, Bonita Grupp, hat die von der Bundesregierung angestrebte steuer- und abgabenfreie Prämie von bis zu 1000 Euro für Beschäftigte in Frage gestellt. In einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ äußerte sie deutliche Bedenken und warnte vor der Verlagerung von Verantwortung auf die Unternehmen. „Ich bin da skeptisch“, so Grupp. Die schwarz-rote Koalition verlange den Firmen unter den gegenwärtigen wirtschaftlichen Bedingungen bereits viel ab. Hohe Energiepreise und Lohnnebenkosten belasten die Spielräume vieler Unternehmen zusätzlich. Grupp betonte, dass Trigema ebenfalls darauf achten müsse, die Kosten im Blick zu behalten.
Herausforderungen für den Mittelstand
Die unsicheren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen führen dazu, dass viele Firmen, einschließlich Trigema, in einer angespannten Situation agieren. Grupp erläuterte, dass trotz der Herausforderungen keine Pläne für einen Arbeitsplatzabbau bestehen. Diese Maßnahme hätte zur Folge, dass viele Mitarbeiter in der Unsicherheit leben müssten.
Zusätzlich äußerte Grupp ihre Einschätzung zu den Überlegungen der Bundesregierung, mögliche Einschnitte für Arbeitnehmer im Krankheitsfall einzuführen. Sie erklärte: „Es herrscht in der Bevölkerung durchaus eine gewisse Einsicht, dass unsere Krankenstände im internationalen Vergleich zu hoch sind.“ Dabei ist es ihr wichtig zu betonen, dass die Gesellschaft tiefgreifende Reformen in Betracht ziehen muss, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Notwendige Reformen für die Zukunft
Die Trigema-Co-Chefin fordert politische Maßnahmen, die es Beschäftigten ermöglichen, von Mehrarbeit zu profitieren, ohne dass diese als belastend wahrgenommen wird. Grupp sieht in Gesprächen mit anderen Mittelständlern eine durchgängige Unterstützung für tiefgreifende Reformen, ähnlich der Agenda 2010. Ziel sei es, unsere Sozial- und Wirtschaftssysteme zukunftssicher zu gestalten: „Viele Unternehmen sehnen sich nach solchen Veränderungen, damit wir sicherstellen können, dass auch kommende Generationen in einer stabilen wirtschaftlichen Umgebung leben können.“

