Der TÜV-Verband hat anlässlich der Hannover Messe 2026 die zügige Umsetzung des EU AI Acts gefordert. Dr. Joachim Bühler, Geschäftsführer des Verbandes, betont die Notwendigkeit einheitlicher Sicherheitsanforderungen für Hochrisiko-KI-Anwendungen in der Industrie.
Dringlichkeit der Umsetzung des EU AI Acts
Im Kontext der Hannover Messe 2026 hat der TÜV-Verband eine rasche Umsetzung des EU AI Acts gefordert. Dies sei entscheidend, um einen einheitlichen Rechtsrahmen für industrielle KI-Anwendungen in Europa zu schaffen. Dr. Joachim Bühler erklärte, dass Künstliche Intelligenz nun zunehmend in Maschinen und Robotik integriert wird, was neue Chancen und Herausforderungen für die Industrie mit sich bringt.
Gefahren und Herausforderungen durch Hochrisiko-KI
Bühler wies auf die spezifischen Gefahren hin, die von physischen KI-Systemen ausgehen können, insbesondere bei der Interaktion zwischen Mensch und Maschine oder im Fall autonomer Systeme, die Fehlentscheidungen treffen könnten. Der AI Act sieht für Hochrisiko-KI-Systeme wie Maschinen und Medizinprodukte grundlegende Sicherheitsanforderungen vor, die laut Bühler sowohl für Verbraucher als auch für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen von entscheidender Bedeutung sind.
Risiken eines Regulierungsvakuums
Der TÜV-Verband warnt vor einem möglichen Regulierungsvakuum, das entstehen könnte, sollte der Gesetzgeber zentrale Regelungen des AI Acts zurückziehen. Hochrisiko-Produkte könnten dann stattdessen in spezifischen Einzelgesetzen behandelt werden, was zu einem Flickenteppich an Regelungen führen würde. Bühler betont: „Ein solcher Sektor-Exit würde dem ursprünglichen Ziel der Schaffung einheitlicher Regeln widersprechen und könnte das Vertrauen in KI-Anwendungen untergraben.“ Die Herausforderungen durch die rasche Entwicklung von KI-Technologien dürften nicht vergessen werden; eine sektorspezifische Regulierung könnte die notwendige Entwicklung und Standardisierung behindern und Europa die Chance nehmen, eine Führungsrolle bei der KI-Standardsetzung einzunehmen.

