Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) fordert eine Senkung der Blutalkoholgrenze für Radfahrer auf 1,1 Promille. Diese Maßnahme soll die Sicherheit im Radverkehr erhöhen, nachdem die Zahl tödlicher Unfälle in Deutschland gestiegen ist.
Alarmierende Unfallstatistik für Radfahrende
Eine aktuelle Analyse des Europäischen Verkehrssicherheitsrates (ETSC) zeigt, dass die Zahl der getöteten Radfahrer in der EU nur um acht Prozent gesenkt werden konnte. Von 2014 bis 2024 fiel die Zahl von 2.096 auf 1.926. Im Gegensatz dazu betrug der Rückgang bei Pkw-Fahrenden 19 Prozent. In Deutschland ist die Situation besonders kritisch: Zwischen 2014 und 2024 stieg die Zahl der tödlichen Unfälle von 396 auf 441.
Forderungen des DVR zur Promillegrenze
Der DVR sieht dringenden Handlungsbedarf und schlägt vor, die Blutalkoholgrenze für Radfahrer von derzeit 1,6 Promille auf 1,1 Promille zu senken. Aktuell bleibt Alkoholkonsum unterhalb der 1,6-Promille-Grenze ohne rechtliche Konsequenzen, solange der Radfahrer nicht offensichtlich unsicher fährt oder einen Unfall verursacht. Manfred Wirsch, Präsident des DVR, betont: „Es ist nicht hinnehmbar, dass Radfahren nach erheblichem Alkoholkonsum weiterhin ohne Konsequenzen möglich ist.“
Politische Unterstützung und gesellschaftlicher Rückhalt
Die Forderung zur Herabsetzung der Promillegrenze findet breite Unterstützung. Der DVR hat bereits seit 2014 für diesen Schritt plädiert und erhielt Rückhalt vom Deutschen Verkehrsgerichtstag sowie dem Verkehrsausschuss des Bundestages. Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts forsa zeigt, dass viele Bürger eine niedrigere Promillegrenze oder sogar ein vollständiges Alkoholverbot für Radfahrer befürworten. Das Thema hat auch eine hohe gesellschaftliche Relevanz.
Der DVR unterstreicht, dass eine niedrigere Promillegrenze eines von mehreren Maßnahmen ist, um die Sicherheit der Radfahrenden zu erhöhen. Für nachhaltige Veränderungen sind auch eine verbesserte Radinfrastruktur und verstärkte Kontrollen notwendig. Dazu gehört der Ausbau baulich getrennter Radwege, eine sichere Verkehrsführung an Kreuzungen sowie die digitale Vernetzung von Verkehrsteilnehmern.
„Die Sicherheit im Straßenverkehr ist eine Gemeinschaftsaufgabe“, so Wirsch. „Alle Beteiligten müssen Verantwortung übernehmen, um das Ziel zu erreichen, dass niemand mehr auf dem Rad sein Leben verliert.“

