Das LBEG hat jetzt für den Nordwesten Niedersachsens das Teilmodell der Quartärbasis veröffentlicht, auf dem in Blau die subglazialen Rinnen deutlich erkennbar sind.

LBEG veröffentlicht 3D-Untergrundmodell für Niedersachsen

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Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) hat ein neues 3D-Untergrundmodell für den Nordwesten Niedersachsens veröffentlicht. Der erste Teilbereich umfasst 11.800 Quadratkilometer und bietet detaillierte Einblicke in geologische Strukturen, die durch vergangene Kaltzeiten entstanden sind.

3D-Modell zeigt bedeutende geologische Strukturen

Die Kaltzeiten haben den Untergrund Niedersachsens über Jahrtausende geformt. Insbesondere während der Elster-Kaltzeit, die vor 320.000 bis 400.000 Jahren stattfand, entstanden durch Schmelzwasser tiefe Rinnen im Gestein. Diese subglazialen Rinnen sind nicht nur für die Geologie von Bedeutung, sondern auch für die Rohstoffgewinnung und die Grundwasserwirtschaft. Mit dem nun veröffentlichten Teilmodell kann das LBEG einen umfassenden Überblick über diese Strukturen geben, die bis zu 400 Meter tief in den Untergrund reichen.

Ein aufwendiges Projekt mit umfangreicher Datenbasis

Janine Meinsen, Projektleiterin beim LBEG, informiert über die Herausforderung, die zahlreichen Daten auszuwerten. Über 451.000 Bohrungen aus den letzten Jahrzehnten sowie eine Vielzahl an seismischen Daten stehen zur Verfügung. Diese Informationen stammen aus der jahrzehntelangen Erkundung nach Öl und Gas in Niedersachsen. Auch bestehende geologische Profilschnitte und regionale 3D-Modelle wurden integriert, um das Modell weiter zu verfeinern. Das neue 3D-Modell basiert auf der Isolinienkarte aus dem Jahr 1995 und bietet nun eine präzisere Auflösung.

Interaktive Nutzung des Modells für Fachleute und Interessierte

Der veröffentlichte Teilbereich des Modells ist über den NIBIS®-Kartenserver des LBEG zugänglich. Nutzer können die Daten sowohl in einer zweidimensionalen als auch in einer interaktiven 3D-Ansicht erkunden. Das LBEG stellt die Modelldaten und umfangreiche Dokumentationen kostenfrei zur Verfügung, sodass nicht nur Fachleute, sondern auch interessierte Bürger die Informationen nutzen können. Das Modell wird kontinuierlich aktualisiert, um auch Daten aus angrenzenden Bundesländern und den Niederlanden zu integrieren.

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